The Mount Fuji Doomjazz Corporation – Succubus

von Hififi am 18. August 2009

in Musik!

Post image for The Mount Fuji Doomjazz Corporation – Succubus

Also, da musste ich nicht lange überlegen, woran mich „Succubus“ von The Mount Fuji Doomjazz Corporation gemahnt, denn vor gar nicht allzu langer Zeit fiel mir dir EP eines gewissen Kilimanjaro Darkjazz Ensembles in die Hände, die zwar nicht ganz so furchteinflößend aufspielte wie „Succubus“, mir aber doch auch schon einige kalte Schauer über den Rücken jagte. Nun wird der noch bösere Zwilling auf die Hörer losgelassen und wie der Name schon verrät, hat er den Doom dabei, langsam und bedrohlich wie einst St. Vitus, dröhnend wie Earth und elegisch wie Kollege Bohren mit seinem Club of Gore.

Hier sind auch wieder dieselben Strippenzieher am Werke, die schon das Kilimanjaro Darkjazz Ensemble aus der Traufe hoben: Jason Kohnen und Gideon Kiers. Und ganz langsam mache ich mir ernsthaft Sorgen um die Gemütsverfassung derer, die diese wirklich fast unkonsumierbaren Klangcollagen entwerfen. Da kann Bohren & der Club of Gore schwerlich mithalten, wenn beispielsweise „The Admirals Game“ zum Schlag ausholt, anschwillt und durch Mark und Bein fährt. Ernsthaft, falls ihr das hier noch nie an eure Ohren gedrungen ist, hört es auch erstmal nicht mit dem Kopfhörer an, denn „Succubus“ verlangt seinem Hörer wirklich alles ab. Ein wenig unterschwelliges Grummeln verschiedener Bässe und Synthies ist zudem immer vorhanden und streicht dir deine Wohnung schwarz an, wenn du nicht aufpasst. Jetzt aber mal Butter bei die Fische, wenn ich also jetzt noch mit Miles Davis‘ „Bitches Brew“ um die Ecke komme, muss allerdings klar sein, was davon zu halten ist, auch wenn sich dieses Album selten bis gar nicht hören lässt, ist es ein produktionstechnisches Meisterwerk. Es ist Kunst, die Sorte Kunst, die für sich selbst steht, sie eigentlich keiner Erklärung bedarf. Nichts desto Trotz muss ich ja wenigstens einen Denkanstoß liefern, sonst hört sich das hier keiner freiwillig an. Und als sei das noch nicht arty genug, scheint es so zu sein, dass „Succubus“ eine Art nachträglicher Score für Jesus Franco’s Film „Geträumte Sünden“ von 1968 darstellt. Wenn diese Klänge auch nur annähernd die Handlung dieses Films wiederspiegeln, werde ich wohl für immer zu feige sein, ihn mir anzusehen. Allerdings gut möglich, dass ich mir dieses außergewöhnliche Album wieder anhöre, wohl aber nicht allzu oft.

Share Button

{ 3 Kommentare… read them below or add one }

1 Hififi August 22, 2009 um 04:08 Uhr

Ich habe mich da mal von meinem anderen Arbeitgeber belehren lassen und Francos Filme scheinen so eine Art surreales Spiegelbild dessen zu sein, was Russ Meyer entworfen hat, nur ohne Gender-Festlegung mit Sinn für Impro. Meyer vs. Cassavetes, ich habe kein Ahnung und muss mich unbedingt mal weiterbilden. Ansonsten bin ich gespannt, ob mir da zwischenzeitlich jemand weiterhelfen kann?!

2 JonesKorn August 22, 2009 um 17:59 Uhr

Für mich klingt das erstmal nach einer sehr interessanten Scheibe… Wird gekostet.

3 Hififi August 27, 2009 um 00:15 Uhr

Traut euch! Ich hätte zu gerne Feedback!

Previous post:

Next post: