The Mount Fuji Doomjazz Corporation – Egor

von JonesKorn am 5. April 2012

in Musik!

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Wir erinnern uns, The Mount Fuji Doomjazz Corporation, der “bösere Zwilling” des Kilimanjaro Darkjazz Ensembles wurde bereits 2009 auf diesen Seiten vorgestellt. In 2012, und damit hat es nur etwa ein Jahr seit der letzten Veröffentlichung gedauert, bringen The Mount Fuji Doomjazz Corporation mit “Egor” das vierte Album heraus. Dieses Mal ein Livemitschnitt aus Moskau (April 2011).

Dass trotz der nur vier aufgezeichneten Titel gut 70 Minuten Spielzeit auf dem Langspieler zusammenkommen, dürfte bei der experimentierfreudigen Doomjazz Corporation nicht allzu sehr überraschen. Das Selbstverständnis des (wechselnden) Ensembles sowie das Wesen dieser Musik machen es praktisch schon erforderlich, lange und ausführlich zu erzählen. Von der Liveatmosphäre wurde allerdings wenig eingefangen, das vorab.

Düster sind die vier Stücke auch dieses Mal, allzu doomig (wenn man das Genre, nicht die Wortbedeutung betrachtet) allerdings nicht und auch der Jazz wird teils bis zur Unkenntlichkeit verfremdet und entschleunigt. Hier wird dem Hörer einiges abverlangt und das Album mal so nebenbei zu hören funktioniert schlichtweg nicht. Darauf lässt man sich entweder ein, oder man hört es sich besser erst gar nicht an.

Wabernd ziehen Klänge ihre Kreise, scheinbar unbeteiligt und harmlos, einem Raubtier nicht unähnlich, dass sich gegen den Wind zwar angespannt doch unaufgeregt und stetig seiner Beute nähert. Eine dichte Atmosphäre wartet auf den, der sich auf “Egor” einlässt. Es nimmt einen mit in wunderbar-dunkle Klangwelten, die immer kurz davor stehen zu verstören, aber auch immer etwas Struktur erkennen lassen, die einem vor dem endgültigen Ertrinken in der Musik bewahren. Lieben oder ignorieren, Schwarz oder Weiß.

Einen besonderen Favoriten kann ich auf diesem Album schwerlich ausmachen, dafür wurden die vier Stücke auch zu sehr verwoben. Es steht gleichzeitig jeder Titel für sich und ist doch Teil des Ganzen. Als großer Freund von düsteren und etwas schleppenden Violinenklängen picke ich mir deshalb einmal “Cosmonaut (Rasputina)” heraus, ein über 20-minütiges Spiel mit den Empfindungen des Hörers, das durch eben solche Klänge eingeleitet wird. Monströs-schaurig, gewaltig-speziell.

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