The Miserable Rich – Falkendom Bielefeld, 25.11.2011

von Hififi am 7. Dezember 2011

in Feierlichkeiten

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Kammer-Pop der gehobenen Spitzenklasse, wie ihn The Miserable Rich aus Brighton zelebrieren, findet im Bielefelder Falkendom ein würdiges Zuhause. Der Konzertraum mit seinen hohen Wänden und seiner warmen Akustik scheint wie gemacht für die etwas leiseren, überwiegend akustischen Klänge.

Vor einem Jahr an gleicher Stelle kamen die Herren um Sänger James de Malplaquet noch gänzlich ohne Gitarren aus und sie spielen auch heute noch eine eher untergeordnete Rolle während eines Auftritts, im Gegensatz zum gerade erschienenen dritten Album „Miss You In The Days“, wo sie die Songs ein wenig vor artifiziellen Höhenflügen bewahren. Nicht, dass das beim grandiosen Vorgängerwerk „Of Flight & Fury“ der Fall gewesen wäre, aber wenn de Malplaquet von dem englischen Landhaus berichtet, ihn dem nicht nur die Aufnahmen stattgefunden haben, sondern in dem es auch noch amtlich spuken soll, dann passen ein paar Gitarrenklänge ganz gut ins Bild, wenn es darum geht, die Songs zu erden. Denn Cello, Violine und Kontrabass verhelfen z.B. „Let Me Fade“ sehr schnell zu einer leicht abgehobenen Aura, die nichts über die eigentliche Qualität verrät, aber gelegentlich an der zuckersüßen Vertonung zweifeln lässt. Vielleicht auch deshalb die ein ganz klein wenig verstimmten Streichinstrumente? Damit dem Wohlklang dann doch wieder nicht zu viel Platz eingeräumt wird? Und die kleinen Dissonanzen sind durchaus in der Lage den Hörer unterschwellig zu manipulieren und ihn gegebenenfalls in ein Wechselbad der Gefühle eintauchen zu lassen. James de Malplaquet ist der Zeremonienmeister, der seine Mitmusiker und das Publikum unter strengster Beobachtung hält und Stimmungsschwankungen ausgleicht und allen Anwesenden einmal mehr einen unvergleichlichen Konzertabend bescheren kann. Hierbei hat sich die aktuelle Single „On A Certain Night“ besonders bewährt und tanzt den übrigen Stücken auf „Miss You In The Days“ auf der Nase herum, denn sie ist für Bandverhältnisse ausgesprochen fröhlich geraten, was einem Live-Konzert allerdings sehr zu Gute kommt. Die Zugaben finden ein weiteres Mal im Zuschauerraum statt, und so völlig ohne Verstärkereinsatz dürfte wohl selbst dem letzten Zweifler klar werden, dass hier etwas Besonderes passiert ist.

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