The Mighty Stef – 100 Midnights

von Hififi am 5. März 2010

in Musik!

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Die gern zitierten Nick Cave und Tom Waits müssen sich ein wenig gedulden, denn zunächst würde ich gerne auf das an vierter Stelle folgende „Golden Gloves“ zurückkommen. Ein Blues, wie er sich auf dem letzten Album („L.A. Woman“) der Doors gut gemacht hätte, gesungen wie Jim Morrison damals nun einmal sang. In „Riders on the Storm“ – der Bandbiografie von John Densmore – heißt es Morrison hätte an einem Tag der Aufnahmearbeiten 35 Bier getrunken und auch zu „100 Midnights“ passt das ein oder andere Bier ganz gut. Manchmal um schlagereske Songs wie „Hound Dogs of Love“ besser zu ertragen, oder um „Come Over To The Darkside“ zu würdigen und darauf anzustoßen. Dieser Song ist nah an dem was Dave Sitek einer Scarlett Johansson auf den Leib geschneidert hat, also von zeitloser Güte. Eine außergewöhnliche Artenvielfalt droht den Hörer allerdings ein wenig zu erschlagen, wenn Seefahrermelancholie („100 Midnights“) von Country-Klängen („Sunshine Serenade“) abgelöst wird, stilecht mit der Pedal Steel vorgetragen. Wobei es sich nicht einmal um schlechte, oder gar mittelmäßige Songs handelt, es ist nur augenscheinlich, dass Stefan Murphy auf seinem nunmehr zweiten Longplayer auf allen Hochzeiten tanzen will, es nicht nur versucht. Dieser Umstand kann also sicher auch als Pluspunkt gesehen werden, es liegt einzig im Auge der Betrachter. Für mich ist dieser Singer/Songwriter-Crossover ein wenig zu viel des Guten. Und ellenlange Schunkel-Refrains, wie sie „I Swear I Have No Feeling For That Girl“ bereit hält, lassen sich meist nur um 4 Uhr auf alkoholgeschwängerten Partys verwursten und selbst dann wird nicht jeder tanzen. Und nicht nur dieses Mal lässt der darauffolgende Song sämtliche Vorbehalte schnell wieder vergessen. „Nelligans Guts“ würde sogar auf einem Firewater-Album eine gute Figur machen, womit wir der Nähe zu Tom Waits Tribut gezollt hätten und Nick Cave lässt sich tatsächlich mehr als einmal heraushören. Nicht nur, dass Stef oft seine Musik gehört haben wird, offensichtlich war er gar in der Lage sie in ihrer Essenz zu erfassen und in sein Songwriting einfließen zu lassen, was ihn tatsächlich zu einem Singer/Songwriter macht, einem wahrhaft Guten. Bitte, überzeugt euch selbst!

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