The Low Anthem – Passionskirche Berlin, 21.03.11

von sisilein am 30. März 2011

in Feierlichkeiten

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Diesen stimmungsvollen Abend in der Passionskirche begann die Vorband The Head and The Heart. Gleich vorweg, diese Band war wirklich hervorragend. Die Sechs brachten wunderbar harmonierenden Gesang mit originellen und überraschenden Songstrukturen in Einklang. Die Folk-Kategorie interpretierten sie erfrischend zackig und wurden dafür mit einem für eine Vorband nicht gerade üblichen Beifallssturm belohnt. Ich denke, von ihnen werden wir in Kürze noch einiges hören.

The Low Anthem, heimliche Abräumer des letztjährigen Haldern Pop-Festivals, traten dann mit gewohnt großem Bahnhof auf der geräumigen Bühne auf. Die vier Multiinstrumentalisten bespielten fröhlich durchtauschend ungefähr 15 Instrumente, wobei ich von einigen noch nicht einmal den Namen kenne. Im Zentrum der Bühne und des ganzen Konzerts stand ein altertümlich erscheinendes triangulär aufgehängtes Mikrofon, das es der Band möglich machte, zusammen in dieses Mikro zu singen, ohne sich davor auf engsten Raum quetschen zu müssen. Heraus kam dabei bei Liedern wie „Ghost Woman Blues“ und „Charlie Darwin“ ein voluminöser Harmoniesound, der die Akustik der Kirchenkuppel voll ausnutzte. Dieser Klang verleitete die Band zu einem technischen Experiment, bei dem das Publikum sich am Ende eines Songs gegenseitig anrief, die Handys auf Lautsprecher stellte und damit die Töne der Band vervielfältigte. Zurückgeworfen vom Kirchengewölbe ergab sich daraus ein flirrendes, fiependes, waberndes Klangmuster, das im Gegensatz zum sonst doch sehr organischen Sound der Band stand. Alles in Allem war’s ein echtes Erlebnis.

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