The Knife in collaboration with Mount Sims and Planningtorock – Tomorrow, in a year

von Benjamin am 16. April 2010

in Musik!

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Es ist ein Schritt an die Seite, den THE KNIFE mit ihrem Projekt rund um die Oper „Tomorrow, in a year“ vollführen. Und doch ist es für THE KNIFE sicherlich ein Schritt in die Mitte oder ein In-der-Mitte-Bleiben. Ihre Musik ist sperrig und wird auf diesem Doppel-Album noch sperriger. Dass diese Musik komponiert wurde, um gleichzeitig ein Bühnenstück zu verfolgen, kann man den 16 Tracks anhören. Und doch ist es schwierig, an diesen Release wie an ein ganz normales Album heran zu gehen. Dies ist ganz klar eine Anleihe oder eher ein Mitgestalten der elektroakustischen Musik, die mit den zwar verqueren aber immerhin sehr kurz gestalteten Tracks von THE KNIFE weniger zu tun hat. Man hört Instrumental-Stücke, Tracks mit Gesang, Klangexperimente und Geräsuch-Collagen. Viele Stücke fallen durch ihre starke perkussive Seite auf, aber wo das Eine im Rahmen ist, fällt ein anderes Element wieder aus dem Rahmen. Der größte Teil dieses Projekts ist nicht in dem Sinne hörbar, wie die anderen Alben das sind. Aber auch die anderen Alben werden vielleicht schon als unhörbar bezeichnet worden sein. Abgesehen davon ist ein äußerst wichtiges THE KNIFE – Element hier nicht vorhanden, und das ist die verfremdete Stimme von Karin Dreijer Andersson. Haben THE KNIFE mit ihren Alben durch vocodierte Stimmen immer auch ein Spiel mit Genderpositionen in der Popmusik gespielt, so erinnern die Arien auf „Tomorrow, in a year“ eher an eine ganz klassische Vorstellung von Gesang. Hier sind tranierte Stimmen am Werk, deren Einsatz aus der klassischen Oper kommen. Man kann nur hoffen, dass dieses Album einen weiteren Beitrag dazu liefert, eine bestehende Machtordnung von Hoch- und Popkultur aufzubrechen und das Eine im Anderen zu suchen. Zusammengefasst: dies sind THE KNIFE, man kann hier hören, wie zwei Künstler ihr Talent erweitern, beweisen und neu formieren, und doch ist es nicht der Raum, in dem sie sich bisher bewegt haben. Für die Zukunft von THE KNIFE kann das nur gut sein.

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