The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble – Here Be Dragons

von Hififi am 15. November 2009

in Musik!

Post image for The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble – Here Be Dragons

Hier ist es wieder, das niederländische Septett um Jason Köhnen und Gideon Kiers, die beide die Utrecht School of Arts absolvierten. „Here Be Dragons“ hat wieder alles dabei, was wir schon auf „Mutations“ gehört haben: Ausladende Klangteppiche, endlose Trompetenschleifen auf improvisierten Endlos-Jams. „Here Be Dragons“ ist wieder ein Score ohne Film geworden, zu dem aber eigentlich auch kein Szenario so richtig passen mag.

Die kargen Soundlandschaften werden auf „Here Be Dragons“ noch ein wenig zäher serviert und das fast völlige Fehlen eingängiger Harmonien (welche, die das Potential besitzen im Ohr hängen zu bleiben) macht es dem Hörer einmal mehr fast unmöglich dieses Album in seiner ganzen Pracht zu erschließen. Dafür würde es sicher einige Durchläufe mit dem Kopfhörer brauchen, jedwede Ablenkung vermeidend. Aber es ist manchmal ganz unbegreiflich schön was Hilary Jeffrey auf seiner Posaune spielt in einer Liga mit Nils Petter Molvær. Na klar, der spielt Trompete, aber die Klanglandschaften die hier durchschritten werden, ähneln denen Molværs doch sehr. Der Drone-Moment, den der kleine Bruder The Mount Fuji Doomjazz Corporation noch so einzigartig zelebrierte, tritt auf diesem Album einen Schritt zurück und schafft ein wenig Luft für Synthies und Gesang. Ja, hier wird nun auch gesungen und gleich auf mehreren Tracks („Embers“, “Mists Of Krakatoa“ und „Seneca“), was dem ernsthaft bedrohlich destruktiven Touch des übrigen Songguts ein wenig die Schärfe nimmt. Kate Bush hat es auf ihrem 2005er Meisterwerk „Aerial“ ein wenig vorexerziert, wie fast klassischer Gesang mit Jazz- und Piano-Standards harmonieren kann und Charlotte Cegarras Gesang klingt nicht nur ähnlich, die Herangehensweise ist es ebenfalls. Ob nun gerade die genannten drei Songs qualitativ herausragen, vermag ich nicht zu sagen, aber sie sind angenehm „anders“ und ehrlich gesagt, würde es mir sonst langsam langweilig mit dem Kilimanjaro Darkjazz Ensemble, bei aller Bewunderung für diese gewagte Antithese moderner Musik. Aber so kann es weitergehen!

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: