The Hold Steady – Heaven Is Whenever

von am 18. Mai 2010

in Musik!

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Bloß keine Experimente bitte: Was haben wir uns immer dagegen gesträubt, nicht zum Altrocker zu verkommen: zum Idealbild vom hassenswerten, Rolling-Stones-hörenden, Rolling-Stone-lesenden Familienvaters, der nichts gut findet, außer Bob Dylan kommt irgendwie drin vor. The Hold Steady ziehen die Dadrocknummer jetzt schon fünf Alben lang durch, und genauso lang fällt es bis jetzt schon schwer, sie aufgrund oben genannter Ressentiments schlecht finden zu müssen. Allerdings stellen Craig Finn und Co wirklich eine Ausnahmeerscheinung auf dem Gebiet der modernen, retrospektiven Rockmusik dar: nostalgisch wie nur was, aber dabei niemals rührselig, verstaubt oder reaktionär, sondern geradeaus in die Zukunft blickend – manchmal leicht wehmütig, meistens mit trotzig gereckter Faust. „Heaven Is Whenever“ reiht sich nahtlos in den bisherigen Backkatalog der Brooklyner Rockband. Es ist fast schon schwierig, ihre Qualitäten in Worte zu fassen, denn mit dem Prädikat ‚Rockmusik‘ ist wirklich schon alles gesagt. Es sind einfach zehn Songs, kompakt, ohne Mätzchen, stets hübsch im dreieinhalbminütigen Songbereich (bis auf den sich erhaben aufbäumenden Rausschmeißer „A Slight Discomfort“) – was sich solide und vorhersehbar anhört, klingt auch so, ist aber durchgehend dermaßen gut gemacht, dass sich nichts mehr verbessern ließe: Springsteen, Thin Lizzy und vielleicht noch Buffalo Tom oder die Afghan Whigs: Jeder Song orientiert sich an Designklassikern, ist ein formvollendeter Oldtimer mit einem kraftvoll röhrenden State-of-the-art-Motor unter der Haube. In der gleichen Liga spielen so souverän vielleicht höchstens noch die Constantines. Craig Finn und Co beweisen Durchhaltevermögen auf hohem Niveau und liefern Stoff für die diesmal wirklich schöne Erkenntnis, dass nicht immer alles heiß aufgekocht werden muss, um heiß zu sein!

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1 Hififi Mai 19, 2010 um 22:13 Uhr

Der Trend geht offensichtlich zum Doppelpunkt. Beobachte ich bei allen Schreibern, mache ich auch viel mittlerweile. Ist es was Generelles, wie ein Trend, dem man anhängt, schleichend, unaufhaltsam, jeden von uns irgendwann infizierend? Was können wir bloß dagegen machen. Idee: keine Zeichensetzung mehr, Anarcho-Rezisism. Ach: was sollt’s … 😉 (: %&$

2 otic Mai 20, 2010 um 12:46 Uhr

Ja haste Recht, immer dieser neumodische Kram. Du hast Anglizismen vergessen! Heil Wolf Schneider!

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