The Hidden Cameras – Gloria, Köln, 29.04.08

von Sterereo am 9. Mai 2008

in Feierlichkeiten

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Versteckte Kamera? Ja, der Gedanke kommt auf. Jedoch noch nicht als der wie Totenköpfe angeschmierte Männerchor auf die rotseidene Bühne des Kölner Glorias steigt. Auch noch nicht, als französische-deutsche Ansagen ins recht spärliche Publikum geblödelt werden. Erst als die wie Bankräuber maskierten Gogo-TänzerInnen den orchestralen Indie-Pop der Kanadier flankieren.

Das „Gay Church Folk“-Kollektiv, wie es Songwriter Joel Gibb gerne ausdrückt, tritt in Mannschaftsstärke in Köln auf. Streicher zu seiner Rechten, Keyboards und Bläser zur Linken, dabei die Rhythmusfraktion samt Chor im Rücken. So lässt es sich aushalten. Musikalisch ebenfalls. Mal geht es etwas robuster zu, wenn „Steal All You Can Motherfucker“ in den Saal geraunzt wird, bei gleichzeitigem Schmusekurs dank Xylophon. Besonders schön, die witzigen Einfälle. Sobald die Lichttechnik sich beruhigte und die Band wieder zu sehen war, entschloss sich die Band, genug gesehen zu haben. Mit zugebundenen Augen schmachtete Gibb samt Gefolge zwei Songs daher, bevor sich die Gogo-Tänzer in der Zugaben-Klatsch-Pause um-, beziehungsweise auszogen. Danach brach die wilde Orgie los. Zuerst in Gestalt der maskierten Tänzer, die Aerobic-Übungen durchs Publikum schwitzten, dann auf der Bühne, wo plötzlich niemand mehr gar kein Instrument zu spielen schien oder besser gesagt, jeder sämtliche Instrumente spielte.

Ein wilder Queerfolk-Abend, der Frank Elstner überfordert hätte.

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