The Finest Noise – Der Sampler

von Pynchon am 10. Oktober 2009

in Musik!

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„The Finest Noise“ vereinen auf ihrem Sampler eine Reihe weitestgehend unbekannter Nachwuchsbands und bieten ihnen – schon mal ein nobler Ansatz – ein Forum, sich mal einer größeren Hörerschaft bekannt zu machen. Durchaus eine spannende Sache, zumal ein solcher Sampler der Erfahrung nach mit qualitativ stark variierenden Zutaten serviert wird.

Genremäßig kann man den Großteil der dargebotenen Stücke einer traditionellen, nicht allzu experimentierfreudigen Rockmusik zuordnen, einige Ausflüge in den Punk- oder Metal-Bereich inklusive. Und dennoch, inmitten einiger eher uninspirierter Stücke (der simple Opener von „Powerball“ etwa) gibt es eine Reihe wirklich sehr hörenswerter Songs, die in einer Rezension unbedingt Erwähnung finden sollten.

Die Band „Agents of Atlas“ steuert mit „The Cell“ einen sehr schönen, melodisch eingängigen Song bei, der mir in Erinnerung bleiben wird. Von denen gern noch mehr! „Fooga“ machen mit ihrer wuchtigen Anklage an den deutschen Hip-Hop auf prollige „Nu-Rock“-Art durchaus Spaß, vor allem der herrlich blöde Refrain „Boom-Motherfucker-Boom-Motherfucker-Boom Boom!“, stilgerecht mit einem Pistolenschuss beerdigt. Die punkige Kombo „Autobot“ tritt in gewinnend rotziger Zunge-Rausstreck-Attitüde auf und punktet mit erstklassig ironischem Text über den klischeehaften Werdegang vieler Nachwuchsbands. Auch „Pull my Daisy“ sind mit ihrem gitarrengeschrabbelten „Human Trash“ ein Reinhören allemal wert.

Auch wenn die meisten Bands sich nicht nachhaltig aufdrängen, gibt es auf dem Sampler doch sehr wenig wirklich schlechte oder gar ärgerliche Mucke – auch wenn gegen Ende einige dumpfe Metal-Stücke verschrecken. „The Finest Noise“ haben eine Vorauswahl getroffen, die musikalisch durchaus gelungen ist, auch wenn es halt im Rahmen eines solchen Projekts wenig wirklich aufsehenserregende Entdeckungen gibt. Die meisten Bands stehen halt noch am Anfang ihrer Entwicklung, und bei manchen ist Potential zu mehr als brav dargebotenen Hinterhof-Rock zu erahnen.

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