The Films – Oh, Scorpio

von Hififi am 23. Oktober 2009

in Musik!

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„Oh, Scorpio“ klingt so britisch, dass wohl niemand dieses zehn Songs enthaltende Potpourri an schmissigen Melodien in New York vermutet hätte. Wenn ich an New York denke, denke ich an The Strokes und Interpol, an Image, Coolness und natürlich an herausragende Musik. The Films haben mit ihrem Zweitwerk soviel gewollt und zumindest in meinen Augen so ziemlich alles falsch gemacht.

Nehmen wir gleich einmal „Completely Replaceable“, einen Song der so dermaßen bei den Kooks gespickt zu haben scheint, dass er seinem Namen alle Ehre macht. So geht das einfach nicht, auch wenn es gut gemacht ist, catchy und hooklinedurchsetzt, aber dermaßen geklaut, dass es wirklich nicht mehr feierlich ist. Geschickt genug sind Michael Trent und Mitstreiter dann aber doch, um es nicht an die große Glocke zu hängen. Es wird nämlich ansonsten noch ganz stark im Revier von Hot Hot Heat gewildert und jetzt kommt’s: „Oh, Scorpio“ ist von Butch Walker produziert worden, der schon Songs für Hot Hot Heat geschrieben hat. Wie stumpf ist das denn? Wie sehr kann man denn den Erfolg noch an den Haaren herbeiziehen wollen? Trotz alledem klingen The Films jung und unverbraucht und ich mag die beiden bestohlenen Bands ja doch schon sehr, sodass mein Fuß fast automatisch mitwippt und auf der Tanzfläche lass ich mir den ein oder anderen Track des Albums auch gefallen, aber an sich finde ich diese Version des offensichtlichen Plagiats doch eher verwerflich.

Mir fallen spontan noch Phantom Planet ein, die auf „The Guest“ so wunderbare Pop-Kleinode zusammenstellten. Der Erfolg kam von ganz allein („The O.C.“). Vielleicht nimmt der Bandname also schon voraus, wo das Quartett seine Songs gerne sehen möchte. Ansonsten ist „Oh, Scorpio“ genau die richtige Beschallung für dämliche Festival-Spielchen, wie Dosenstechen oder Flunkyball. Denn gleich und gleich gesellt sich gern.

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