The Feeling – Join With Us

von am 23. Mai 2008

in Musik!

Post image for The Feeling – Join With Us

David Bowie, Queen, Roxy Music, Elton John, Electric Light Orchestra, Meat Loaf. Referenzen, die bestimmt einige aktuelle Indiebands als ihre Einflüsse / Jugendhelden bezeichnen würden. Aber selber so klingen wollen? Würde vermutlich niemand wagen, war damals cool, aber der Sound ist doch heute nicht mehr aktuell, oder könnte sich jemand Ricky Wilson vorstellen, wie er die Bohemian Rhapsody schmettert? Na gut, wer will das auch sehen! Dan Gillespie Sells hat sich von den angesprochenen Musikern ganz offensichtlich sehr beeinflussen lassen, dieser Sound ist auch genau der, den er liebt, das hört man The Feeling auf ihrem zweiten Album „Join With Us“ deutlich an.

Schon auf ihrem ersten Album „Twelve Stops and Home“ haben The Feeling einige Ohrwürmer rausgehauen, der große Hit „Sewn“ war darauf auch vertreten und ist auch heute, zwei Jahre nach Release noch ab und im Radio zu hören. Der Sound 2006 war Brit-Pop, wie er im Buche steht, nicht wie Oasis / Blur, sondern von der 2000er Fraktion Brit-Pop: Coldplay / Travis. Diesen Klang gibt es auf dem neuen Album „Join With Us“ nicht, stattdessen klassisch arrangierte Pop-Songs. Pop nicht im Sinne von Blue oder N’Sync, da ist Pop eher das Kürzel für Populär, bei dieser Form des Pop ist es der Sound, den ich als klassischen Sound des Genres empfinde. Pop also im positiven Sinne von eben Bowie (der Changes / China Girl / Heroes-Bowie), Elton John, Queen und ganz aktuell Mika. Das ist kitschig, klebrig und trieft – Pop eben. Natürlich eine innere Hemmschwelle, die man da überwinden muss, gelingt einem das aber hört man den Songs an, mit wie viel Liebe sie geschrieben wurden, die Melodien geplant wurden und die ganze Detailverliebtheit von Dan Gillespie Sells. Da sind auch viele Oohs und Aaahs, Chorgesänge, Piano-Balladen, Streicher – ist eben Pop. Aber da sind auch quäkende Keyboards, ein komisches Saxophon, „Baby-Gesang“ (so ein Bäh Bäh Bäh Bäh, Bäh Bä Bäääh) und sogar „harte“ Glam-Rockige Gitarrensoli, kreative, überraschende Ideen also. Und das witzige, es passt alles zusammen. Bleibt also zu sagen, für Pop-Liebhaber ist dieses Album auf jeden Fall eine Referenz, so liebevoll arrangierte Songs sind in diesem Genre leider ziemlich selten, höchstens ein Mika kann sich damit messen. Indie-Liebhaber stehen vor dem Problem: Darf ich das cool finden? Wieso nicht! Auf jeden Fall sollte man das handwerkliche Geschick der Jungs von The Feeling würdigen, auf Heavy Rotation wird dieses Album dennoch auch bei mir nicht laufen, aber wahrscheinlich ab und zu mal eine langweilige Autofahrt aufhellen.

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: