The Fabelhafte Weekender Compilation 2008

von Pynchon am 28. November 2008

in Musik!

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Es ist Freitagabend. Alles, was vorher war, ist fortan bedeutungslos, denn es ist Wochenende- also sofort die Fabelhafte Weekender Compilation in den CD-Player geschoben, die Möbel beiseite gerückt für den Fall, dass ich eine Tanzfläche benötigte, und los geht’s:

Das Wochenende startet mit den „Bishops“ („The only place that I can look is down“- sympathischer Titel), die sich ein wenig nach den Fratellis anhören, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Der zweite Titel wird von den „Dogs“ beigesteuert, die ich bereits von ihrem zweiten Album „Tall Stories from under the table“ her kenne. Der Song „This Stone is a bullet“, das besagtem Album entnommen ist, bietet konventionellen Rock, der niemanden lästig werden will, aber auch niemanden überrascht.

„Chikini“ spielen mit „You said“ gefälligen Radio-Pop, den ich lieber morgens bei Frühstück und Zeitungslektüre nebenbei laufen lassen möchte, während mich beim vierten Stück, den die Gruppe „Eight Legs“ aus ihrem aktuellen Album beisteuert, das Gefühl beschleicht, dass sich die meisten Bands hier tatsächlich nach anderen, bekannteren Bands anhören. Zum Glück sind die musikalischen Vorbilder immerhin gut, sodass ich mir das gern gefallen lasse. Im Falle „Eight Legs“ muss ich zum Beispiel an „Vampire Weekend“ denken, nur dass die noch ne Spur übermütiger und verspielter sind. Es folgen „The Indelicates“: prima Name, der endlich mal was provozierend-geschmackloses verspricht, das die englische Band aus Brighton musikalisch jedoch nicht halten kann- harmloser, Radio-kompatibler Pop.

Und dann beginnt das sechste Stück, Kristoffer Ragnstam, schwedischer Songwriter, hebt an- und ich weihe die Tanzfläche voller überbordender Freude ein! Tatsächlich, „Breakfast by the Matress“ ist mein bisheriger eindeutiger Lieblingssong: abwechslungsreich, mit interessanten Rhythmus- und Stimmungswechseln, dazu ein einprägsamer Gitarrensound. Ja, so darf guter Indie-Pop gerne klingen, denke ich mir, während ich mein neues Zimmer (bin umgezogen) betanze!

Bei den folgenden zwei Stücken von „The Rocks“ (langweiliger Mainstream-Rock mit den üblichen abgenudelten Versatzstücken, demnächst zu hören auf MTV und – dezent im Hintergrund – im Einkaufsladen eures Vertrauens) und „Look See Proof“ (hören sich tatsächlich ein wenig nach Linkin Park an, inclusive des unschönen Hangs zum Pathos) nehme ich wieder meine Position auf dem Bett ein, jedoch nicht vor Verzückung, sondern musikalischer Erschöpfung.

An den folgenden „Kingsize“ und ihrem Song „The Daze“ habe ich nichts auszusetzen: guter Popsong mit Schmackes und absolut überraschenden Tempo-Variationen- bloß, an welche Band erinnern die mich…? Fratellis again! Es folgt ein zweites Highlight: „The Precious Mings“, eine etwas exzentrische Band aus England, deren Debüt-Album den wie ich finde sehr witzigen Titel trägt: „Every time I sell a record a kitten dies“. Daraus gibt es „Quack house“ zu hören: packender Rhythmus, irgendwie von den späten 60s inspirierter Pop- gefällt mir so gut, dass ich die Wiederholungstaste drücke.

Daran können die beiden finalen Stücke der insgesamt 12 Songs umfassenden Compilation dann nicht mehr ganz ranreichen, auch wenn sie keineswegs mein Gehör beleidigen: „1984“ steuern mit „Cache Cache“ eine Nummer bei, die mich an The Clash erinnert, wenn auch nicht auf dem Niveau, während „The Sugars“ zum Abschluss endlich mal mit einer Sängerin aufwarten, und dann auch wirklich eine richtig schöne Stimme! Falls sie so aussieht, wie sie sich anhört, ist das ziemlich sexy! „Monsters“ ist ein Stück verspielter Pop- und ja, auch der weckt wieder Erinnerungen, und zwar an die Long Blondes. Guter Abschluss!

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