The Eighties Matchbox B-Line Disaster – Blood & Fire

von Pynchon am 22. Januar 2011

in Musik!

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Ohne die Jungs von The Eighties Matchbox B-Line Disaster näher zu kennen oder auch nur zu wissen, wie die Combo eigentlich ausschaut, sehe ich bei den ersten Klängen des Openers „Love Turns To Hate“ wild geschwungene Haarmatten und maskulin entblößte Oberkörper vor mir. Slayer, Europe (hier sind die Matten natürlich neckisch dauergewellt, um auch Schlag bei den Omis zu haben) und Trash-Konsorten lassen grüßen.

Die Musik ist tatsächlich eine Art Zeitreise, der Rock von allen Innovationen und Ideen beraubt und auf die eingängigen klaren Zutaten und Songstrukturen reduziert. Ich nehme an, dass Anhänger der bewährten Mucke das ohnehin goutieren werden, da es auch bei „Blood & Fire“ nicht auf musikalische Inspiration, sondern eher Transpiration ankommt: Also, ihr Luschen, Arm in die Luft gereckt (natürlich vorher noch einen Schluck aus der ALDI-Bierdose), kräftig das Haupt geschüttelt und die Zunge rausgestreckt – denn KISS sind schließlich als Referenz auch nicht weit weg. Ansonsten halt ordentlich auf dicke Eier machen und die Scheiße rausrocken!

Die Musik erklärt sich eigentlich schon von selbst, Piano, Violine und Schalmei werden zugunsten Bass, E-Gitarre und dumpf malträtierten Schlagzeug (das ja nicht umsonst Schlag-zeug heißt, oder?) beiseite gelegt, hin und wieder grölt ein Hintergrundchor animalisch, ansonsten klingt alles gediegen gefährlich. Wer sich übrigens informieren will, was etwa der Bassist Sym Gharial in den letzten Jahren so getrieben hat, der wird im Pressetext informiert: „The drugs nearly killed me!“ Hier ist also wirklich alles, bis in die Lebensläufe hinein, Plagiat und müdes Klischee, gähn!

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