The Dodos – Time To Die

von Hififi am 19. September 2009

in Musik!

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Dodos waren für unsere kleine Gesandtschaft beim Melt! diesen Jahres eine kleine Sensation. So souverän sich die mittlerweile drei Dodos durch ihr Set spielten, so laut, so schnörkellos, als ob wahre Mannschaften an Musikern vorhanden wären. Aber nur drei – jetzt zusätzlich mit Keaton Snyder am Vibraphon – sind es gewesen. Die Melodien sind verschachtelter, weil voluminöser instrumentiert, dabei bleiben offensichtliche Ohrwürmer, wie „Fools“ und „Judy“ vom Vorgänger auf der Strecke, aber doch nur, weil es eben, einen bis zwei Hördurchgänge mehr bedarf um die neue Vielfältigkeit aufzunehmen. Nun regieren halt nicht nur mehr Akustikgitarre und Gesang (Meric Long) und Schlagzeug (Logan Kroeber), sondern hält eine weitere Ebene Einzug ins Bandgeschehen: Vielschichtiges Songwriting mit erfahrungsbedingtem Einfallsreichtum in Sachen Melodien. „Visiter“ war und ist bereits ein „Hallo wach!“ in Richtung eingefahrener Rocktradition. Sicher, einfach nur akustisch und zu zweit lockt nach wie vor niemanden mehr hinter dem Ofen hervor und um das nochmal zu sagen, die Eingliederung eines weiteren Musikers ins Bandgefüge ist mit Sicherheit nicht die alleinige Erklärung für dieses über alle Maßen gelungene Album, sondern hier wachsen großartige Live-Musiker mit einem jetzt ansatzweise ebenbürtigen Songwriting zusammen. Ernsthaft, der Auftritt war formidabel und so konnte sich doch schon ein erster Eindruck auf noch Folgendes und mit „Time To Die“ nunmehr Erfolgtem gewinnen und ich bin mir absolut sicher, dass in den nächsten Jahren einiges folgen wird. Zumal ja nur ein Jahr zwischen „Visiter“ und „Time To Die“ vergehen musste. Nicht zuletzt die Beatles haben gezeigt, was ein einziges Erdenjahr für Ausnahmemusiker sein kann: Eben nur ein Sprungbrett in ungeahnte Höhen. Vielleicht ein wenig zu viel Vorschussloorbeer, aber ich bin halt gerade wirklich überzeugt!

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1 Pynchon September 19, 2009 um 16:44 Uhr

Oh, was Neues von den Dodos?!
„Visiter“ war für mich letztes Jahr eines der besten Alben, aber sowas muss man erstmal bestätigen, um keine musikalische Eintagsfliege zu bleiben.
Wie es scheint, ist das wohl gelungen!

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