The Dodos – No Color

von Pynchon am 27. April 2011

in Musik!

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Das Album „Visiter“ war vor drei Jahres so etwas wie der Durchbruch für das Duo aus San Francisco, dem im Jahr darauf das nicht ganz so tolle, aber noch immer beeindruckend talentierte „Time To Die“ folgte. Spätestens mit „No Color“ beweisen Meric Long und Logan Kroeber, dass sie musikalisch eine sichere Bank sind. Ihr vorherrschender Stil, ein energie-strotzender, vorwärts drängender Gitarrensound mit fulminant treibendem Schlagzeug und ausgefeilten Melodien, ist nach wie vor der großer Trumpf.

Bedenkt man, wie häufig man gerade im Rockbereich Bands begegnet, die vornehmlich aus der Historie zitieren, ohne etwas nennenswert Eigenständiges auf die Beine zu stellen, ist eines der großen Komplimente, die man den Dodos machen darf, dass sie musikalisch nicht so leicht zu verwechseln sind: So atemlos getrieben, zugleich ausgefeilt und kurzweilig klingen halt nur die Dodos. In ihren Songs, die in Tempo und Melodik ständig wechseln, kaum vorhersehbar sind und immer wieder einen Haken in eine neue Richtung schlagen, scheint teilweise Material für gleich mehrere Stücke zu stecken. Man merkt den Dodos an, dass sie sehr lange an ihrer Musik feilen, was manchmal vielleicht einen Tick zu durchstudiert daherkommt, dann aber wieder mit aufregenden Passagen versöhnt, die gleichermaßen zum Tanzen und zum Nachdenken anregen. Besonders gut funktioniert einmal mehr das Zusammenwirken aus Logan Kroebers innovativem Schlagzeug-Furioso und Meric Longs erstaunlich fragilem Gesang. Im schlaflosen „Sleep“ ist sogar eine weibliche Stimme eingewoben, was so prima funktioniert, dass ich die Dame gerne noch öfter gehört hätte.

A propos Damenwelt: Über Winona Ryder wurde in den neunziger Jahren mal gesagt, sie sei das Pinup-Girl für Intellektuelle. The Dodos sind demnach die Tanzband für den anspruchsvollen Rockfan! Wobei sich das jetzt irgendwie nach einem Werbeslogan für den Weinbrand Dujardin anhört…

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