The Dø – A Mouthful

von Hififi am 18. April 2009

in Musik!

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Eine kleine Sensation war es dann doch, als im letzten Jahr „A Mouthful“ die Spitze der französischen Albumcharts eroberte, ohne dass ein französischsprachiger Track auf dem Album enthalten gewesen wäre, trotz Radioquote und skeptischer Plattenfirma.

Dass es sich bei The Dø zwar um ein in Frankreich beheimatetes Duo handelt, Sängerin Olivia Meliahti allerdings mit finnischen Wurzeln aufwarten kann und Filmkomponist Dan Levy tunesische Vorfahren zu bieten hat, deutet schon auf ein breitgefächertes musikalisches Spektrum hin und so verwundert es auch nicht, wenn die Beiden sich dem Englischen verschrieben haben. Dabei handelt es sich bei dem mittlerweile auch in Deutschland halbwegs bekanntem „On My Shoulders“ um eine recht einprägsame, ohne weltmusikalische Einflüsse auskommende, Nummer, die an die frühen Cardigans gemahnt, Meliahti allerdings sehr viel weniger an den „Lolita-Gesang“ einer Nina Persson (wie gesagt, der Anfangstage) erinnert, sondern an eine heranwachsende Rotzgöre, die ihrem Gesangslehrer mal so richtig in die Parade fahren möchte. Es geht aber auch anders, denn „Unissasi laulelet“ ist weder Englisch noch Französisch, sondern den finnischen Vorfahren von Olivia Meliahti geschuldet und hat eine Art folkloristischen Einschlag, mit dem mehrstimmigen Gesang und dieser Sprache, die etwas martialisch klingt, wenn auch vielleicht nur für meine Ohren. Richtig ausgefallen wird es mit diesem Exemplar eines Songs: „Queen Dot Kong“. Hier begegnet die Sorte abgefahrener Popmusik, die Santigold (noch unter altem Namen Santogold) mit ihrem Debüt abgeliefert hat, dem Entwurf, den Gwen Stefani auf ihrem etwas mutigerem ersten Soloalbum als Zukunft des „modernen“ Cross Over angesehen haben mag.

Jedenfalls ist es mal was anderes, wenn auch etwas halbgar, was vielleicht sogar ein genereller Vorwurf an dieses Album sein könnte, wenn es denn eine Rolle spielen würde. Denn „A Mouthful“ ist eben genau dieses: ein Mundvoll verschiedener Vorschläge, wie Popmusik im Indie-Kontext heute klingen kann und meiner Meinung nach auch klingen sollte.

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