The Crystal Project – Like A Crystal EP

von Hififi am 7. Oktober 2009

in Musik!

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Spärliche Orgel-Einsprengsel, ein zunächst verhaltener Beat leitet über in einen gediegenen Ambient-Part. Dann aber poltern die Beats auf einmal wild durcheinander, dazu gesellt sich ein sphärischer Synthie-Teppich gepaart mit einem treibenden Kontrabass, dazu konterkariert Katjas zurückhaltender Gesang das Ganze dann ein wenig, sorgt aber gleich für ein Trademark, den eigenen Sound, den es nun einmal braucht, um zu bestehen. So der erste Eindruck in Form von „Tinizong“.

Dasselbe Rezept, nächster Song: Reduzierte Synthie-Klänge, die an die Clubmusik der frühen 90er Jahre erinnern und bei Kraftwerk in die Schule gegangen sind, Katjas Gesang bleibt zumeist der melodieführende Part und kann als gelungener Gegenpol zur recht monotonen Instrumentierung gesehen werden. Ein Konzept, welches durchaus zu überzeugen weiß, wenn scheinbar recht unterschiedliche Elemente aufeinanderprallen, zumal gerade diese Art der elektronischen Musik ansonsten meist ohne Vocals auskommen muss.

In Anbetracht dessen, dass tanzbare Clubmusik heutzutage gern wieder etwas entschlackt daher kommt und sich auf das Wesentlich beschränkt, ist die „Like A Crystal EP“ auf der Höhe der Zeit. Vielleicht hätte Katja je einfach nur deutsche Texte verfassen müssen, um mit Mieze zu konkurrieren? Aber dafür fehlen den vier Songs einfach die Schlagerhaftigkeit, die aufgeblasenen Elemente verschiedener Dance Pop-Kapellen aus der Bundesrepublik. Schätzungsweise muss sich unser frischverheiratetes Paar mit einem Schattendasein abfinden, was weniger schlimm sein muss, als es klingt, fällt doch gerade die Abgrenzung zu den meisten Acts doch sicherlich nicht schwer. Unsere hundreds haben schon gezeigt, wie es klingen kann, verschiedene elektronische Spielarten zu vereinen: Trip Hop und Ambient sind dabei sicherlich nur grobe Eckpfeiler und nicht mehr. Kein kleingeistliches Korsett-Denken steht hier im Raum, sodass Neues entstehen kann. The Crystal Project und hundreds lassen zumindest wieder hoffen, im fast dreißigsten Jahr nach Kraftwerk.

Nun gibt The Crystal Project erst seit einem Jahr, in dem nicht nur die vier Song entstanden, sondern auch der Bund fürs Leben geschlossen wurde. Martin von dem Borne und Katja geborene Wilgenbusch lernten sich über die Musik kennen und lieben und diese vier Songs sind ihr Baby. Wollen wir mal hoffen, dass es das noch nicht gewesen ist und die Beiden noch ordentlich für die Künstlersozialkaste aktiv sein werden!

www.myspace.com/crystalproject

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