The Cedar – I’m Always Explaining To Mom How It Is Different Here

von Hififi am 2. November 2009

in Musik!

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Also, wenn vier Mitglieder einer Band jeweils mindestens vier Instrumente spielen und weitere vier Gastmusiker dem in nichts nachstehen, bedeutet das auf der Bühne sicherlich heilloses Chaos, aber auf CD bedeutet es eine unglaublich Fülle an Melodien und natürlich einen voluminösen Sound. Eine Kostprobe der Instrumente: Ukulele, Banjo, Glockenspiel, Akkordeon und Trompete. Wollen wir mal raten, womit wir es bei The Cedar zu tun haben? Ich gebe euch einen Tipp: Es ist weder Thrash Metal noch Hardcore Techno.

The Cedar sind aus Bristol und Bath und haben sich dem Folk verschrieben, was umso erstaunlicher scheint, da gerade Bristol viel eher mit Trip Hop in Verbindung gebracht werden kann als mit akustischem Instrumentarium. Mit Trip Hop ist es eigentlich genau das gleiche gewesen in den 90ern, wie jetzt mit Folk. Es gab große Bands (Beispielsweise Portishead für den Trip Hop und Bright Eyes für Folk und Country), die den Weg für unzählige Newcomer geebnet haben. Portishead waren indes immer mindestens eine Nummer zu groß und wenn nun mit The Cedar die mittlerweile zweite oder dritte Folk-Generation musiziert, wird es problematisch. Der Unterschied ist nun einmal auch der, dass Trip Hop damals neu war und Folk, so wie er bereits Ende der 50er und Anfang der 60er klang, bereits in Perfektion dargeboten wurde. Schnell sind wir bei Plagiatsvorwürfen, die ich allerdings gar nicht weiter erheben will, nur ist das Maß bald voll. Es wird langsam Zeit zu neuen Ufern aufzubrechen und The Cedar bekommen nur aus folgendem Grunde eine positive Erwähnung weil „I’m Always Explaining To Mom How It Is Different Here“ ein ungemein melodiöse und runde Angelegenheit geworden ist, noch dazu ein Debüt und ich dann erst beim Nachfolger anfangen möchte zu meckern, angenommen keine Weiterentwicklung wäre zu erkennen. Neil Gay (welch ein unvorteilhafter Nachname), Emma Hooper, Ben Hostler und Ben Goode klingen dabei wie eine episch instrumentierte Folk Version von Elbow, oder wie ein Travis-Version der Bright Eyes, wobei mir die erste Version besser gefällt, weil Gay einfach so herrlich unaufgeregt singt, zwar voller Hingabe, aber ohne dieses ganze Geleide und Gewinsel, wie es Kollegen wie Connor Oberst oder Ryan Adams (zugegebenermaßen in herausragender Manier) vorexerziert haben. Aber das darf und soll es nicht allzu oft geben, das darf und soll sich nämlich nicht abnutzen und muss authentisch klingen. Dieses Album klingt authentisch, auch wenn diese Art von Musik nun nicht gerade in England zuhause ist, wobei… warum eigentlich nicht?!

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