The Boxer Rebellion / The Age Of Sound – Gleis 22, Münster 21.05.2011

von am 30. Mai 2011

in Feierlichkeiten

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Zuerst einmal ein paar Zahlen: The Age Of Sound gibt es seit ca. fünf Jahren, Oasis seit knapp zwei Jahren nicht mehr und gäbe es sie heutzutage noch, dann seit zwanzig Jahren. Die Hamburger gibt es also ein Viertel so lang wie die Gallaghers und angenommen, sie wären auch nur ein Viertel so gut, dann wären sie praktisch (na sagen wir mal) „Be Here Now“-gut, also schon ziemlich gut, auch wenn Noel da anderer Meinung ist. Heute präsentieren die Vier „And Then Came The Age Of Sound“ und von mir aus soll es kommen, dass Zeitalter des „Indie-Rock-Brit-Pop-Beatles-Oasis-Sound-verbindendes-Mod-Happening-auf-acht-Beinen“, so die Band über sich selbst. Klingt nur leider nicht so frisch wie Anfang der 90er. Ist aber auch völlig egal, Oliver Vogel am Mikrophon, Sebastian Gätcke, Hauke Winkler und Stefanie Cordes machen ihre Sache gut. Es ist nichts Schlechtes dabei nach den ganz Großen klingen zu wollen und nur knapp zu scheitern. Und live können sie’s auch. Viel mehr gibt es dann aber auch nicht zu sagen. (Hififi)

The Boxer Rebellion können bereits auf drei Alben zurückgreifen, von denen die ersten beiden im Eigenvertrieb erschienen sind. Der mittlerweile brütend heiße Club verwandelt sich während des Sets endgültig in eine Sauna, in denen die Emotionen hochkochen – im positiven Sinne. Es ist schon etwas Besonderes, wie sich die Londoner zwischen Indierock und Pop-Pathos bewegen können, ohne allzu schnulzig daherzukommen. Wahrscheinlich haben The Boxer Rebellion schon eine Menge Beziehungen gerettet, denn hier können die Jungs rocken, die Mädels schwärmen und sich alle anschließend in den Armen liegen. Dabei hilft auch der um einiges rauere Livesound, der, im Gegensatz zur Konserve, einen Großteil des in Songs wie „Flashing Red Light Means Go“ oder „Both Sides Are Even“ vorkommenden Breitwand-Kitschs, abzufedern versteht. Besonders die Gitarre eruptiert immer wieder Postrock-artig und es gibt lange, mitreißende Feedback-Passagen, die die zeitweilige drohende Coldplay-Nähe wieder auf ein Minimum reduziert. Das filmexklusive „Run To You“ aus Drew Barrymores „Verrückt Nach Dir“ wird stolz, aber auch mit britischem Understatement angekündigt. Es wird schließlich dankbar mit glänzenden Augen im Publikum quittiert. Insgesamt gelingt die Gratwanderung zwischen publikumsnaher Indieband und professionellen Superstars durchgehend ordentlich. Mehr Erfolg ist der Band zwar auf jeden Fall zu wünschen, würde aber wahrscheinlich auch genau jene Ecken und Kanten abschleifen, die The Boxer Rebellion bisher noch über jede Kritik erhaben gemacht hat. Der gegenwärtige Zustand ist bereits nahe dem Möglichen. (otic)

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