The Books – The Way Out

von Benjamin am 21. Juli 2010

in Musik!

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Wenn Sprache in Musik eindringt, ist das immer ein Ereignis. Und damit meine ich nicht das gemeine Herumgesinge in Radio-Pop-Songs, sondern das Zerschneiden der Musik durch Sprechen – besonders wenn es sich um gesamplete Schnipsel von Sprache handelt. Auf ihrem vierten Album „The Way Out“ machen das The Books wieder härter und klassischer als es zuletzt noch auf „Lost and Safe“ geschehen war. Dabei geht es nicht besonders, um das was gesagt wird, sondern wie es gesagt wird und dass es überhaupt gesagt werden kann. The Books geht es vor allen Dingen um den Unterschied zwischen gesungenem und gesprochenem Wort. „The Way Out“ klingt da in seiner Art die Sprachfetzen mit elektronischen und akustischen Instrumenten zu verbinden wieder etwas mehr gelungener als auf den Vorgängern. Das ganze Album klingt ein wenig spontaner und auch eindringlicher in seiner mosaikartigen Verknüpfung von Sprache und Musik. Das Erstellen von Neuem auf der Basis von Schon-Dagewesenem. Kaum eine andere Band zerstört mit dieser Arbeitsweise so sehr den Mythos eines Genies, auf dessen Mist alles alleine wächst. The Books sind da eher wie die Handwerker der Musik, auch wenn ihre Musik höchst anspruchsvoll und wenig proletarisch klingt. Sie bedienen sich aus einem ungeahnt riesigen Archiv aus Musik, aber noch wichtiger: aus Aufnahmen der menschlichen Stimme: Mitschnitte, autogenes Training, spoken word, alles. Hier geht es mehr um Brüche als um den Fluss, mehr auf das ständig aufgeweckt werden als zu tief in eine Trance zu verfallen, The Books Musik beansprucht fast 100% gedankliche Anwesenheit.

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