The Avett Brothers – I and Love and You

von musicandi am 30. April 2010

in Musik!

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Drei Jungs aus der amerikanischen Provinz. Die Brüder Scott Avett und Seth Avett sowie ihr Kumpel Bob Crawford. Aus der tiefsten amerikanischen Provinz, wo sich vorrangig Stinktier und Streifenhörnchen ihr Leid klagen: Concord, North Carolina.

Nach bisher zehn Alben und zwei EPs nun unter seine Fittiche genommen und weg von Indie-Labels zur gierigen Tante Sony geholt von dem großen Rick Rubin of-Johnny-Cash-und- Beastie-Boys-Fame. Wie mag sich das anhören? Wie sich das anhört wollt ihr wissen? Das hört sich sowas von gut, von frisch, von zärtlich, von kraftvoll, von energiegeladen, von punkig, von folkig, von poppig, von hinterwälder-hillbilliyig, von violent femmig, von beatleskig an, dass es eine einzige große fantastische Frühlingsfreude ist. So hört sich das an.

Nach Piano, nach akustischer Gitarre, nach Banjo, nach Kontrabass, nach Geige und Cello, nach Mandoline, Glockenspiel und Hammondorgel, nach Schlagzeug und Stromgitarre. So hört sich das an, meine Brüder. Und Schwestern. Nach LEBEN hört sich das an. Nach allem, was das Leben lebenswert macht. Nach Liebe, ja nach LIEBE vor allem. In ‘I and Love and You‘ oder ‘January Wedding‘ zum Beispiel. Nach fröhlich-frecher Wutenergie, wie die Älteren unter uns sie an den Violent Femmes so schätzen, hört sich das an. In ‘And it Spread‘ und in ‘Slight Figure of Speech‘ zum Beispiel. Da ist dann auch dieser Gitarrensound, den wir an den Femmes so schätzten. Nach Sehnsucht hört sich das an. Nach Verlangen. Und Wehmut. Und Erlösung. So wie in ‘Head Full of Doubt/Road Full of Promise‘. Oh, dieses Klavier. Oh, diese Geigen. Mein Gott, und diese Hammondorgel. Und der Gesang, welch eine Stimme. Nach Kinderreimen und Kirmesmusik und unsterblichen Melodien hört sich das an, wie man sie vielleicht auch von den Beatles irgendwo und irgendwann präsentiert bekommen hätte, wenn sie nicht in einer anderen Zeit die Segel gestrichen hätten. So wie in ‘Kick Drum Heart‘ also. Genau so. Nach Frühling hört sich das an. Nach Neubeginn hört es sich an. Ein Neubeginn allerdings, der die Wehmut über sein unausweichlich an die Tür klopfendes Ende schont ahnt und betrauert. Und dennoch singt und spielt und lebt.

Eine GROSSE Platte. Eine BEMERKENSWERTE Band. Ein VERSPRECHEN.

Hört und genießt, meine Brüder. Hört. Und genießt, meine Schwestern. Die Musik. Die Liebe. Das Leben.

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