The Apocalyptic Troubadour – 17

von Benjamin am 25. Mai 2010

in Musik!

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Was man einmal geleistet hat, mag man kaum wieder hergeben, irgendwie ist man ja auch stolz auf das Erschaffene und vor allem: man hat die Distanz dazu verloren bzw. noch gar nicht erst aufgebaut, deswegen ist es mit kulturellen Erzeugnissen, die komplett in Eigenregie entstanden sind, so eine Sache: entweder sie sind überbordend großartig, unfassbar genial geradezu oder man kann leider eine gewisse Selbstverliebtheit heraushören. Uli Tsitsos unter dem Namen The Apocalyptic Troubadour veröffentlichtes Album spiegelt das Verhältnis organisch entstandener Musik mit Hilfe elektronischer Mittel und damit das Bild eines Mannes umgeben von den Schwierigkeiten der Aufnahme von Musik wider. So schlängelt sich auch Elektronik durch den Alternative Folk des Albums hindurch, die manchmal beim Songwriting also der Geburt eines Songs behilflich ist und ihr manchmal im Wege steht. Der apokalyptiche Troubadour ist also irgendwie beides: selbstverliebtes Geschrumme und durchdachter Pop-Post-Wave-Folk. Ein Gegenhören des Albums durch objektive Ohren hätte vielleicht zutage gebracht, dass einer gefühlsmäßigen Logik mehr entspricht, den Remix eines Songs nicht vor dem „Original“ des Songs zu stellen, wie dies bei „Sleep“ der Fall ist. Die Remix-Version ist auch nicht durch und durch gelungen, und man ist beim zweiten Track gleich mit 8 Minuten Elektronik konfrontiert. Labyrinthartig ist dann auch das Hören durch dieses Album, zerklüftet und nicht wieder aufgefangen durch eine warme Umarmung. Für die teils sehr wohlüberlegten technische Effektereien auf dem Album ist die Stimme Uli Tsitsos allerdings ein bisschen überpräsent und manchmal scheint man so eine Art Rivalität zwischen der Stimme, der Elektronik und der gestrummten Gitarre herauszuhören. Das Ganze schlägt sich dann aber nicht als gesunde Reflexion über das eigene Schaffen nieder, sondern wirkt eher wie ein nachträgliches vertracktiertes Folk-Album. Ein wenig mehr Konzentration auf eine Dramaturgie, die vielleicht auch darin hätte bestehen können, Dramaturgielosigkeit darstellen zu wollen, wäre hier angebracht gewesen. Und auch das Bild, das durch den Namen des Projektes heraufbeschworen wird, der apokalyptische Troubadour, also ein Troubadour mit den klassischen Instrumenten und Geschichten aber apokalyptisch, weil er nun durch die Technik gegangen ist, ist ein wenig abgeschmackt und plakativ direkt.

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