The Antlers – Burst Apart

von Pynchon am 20. Juli 2011

in Musik!

Post image for The Antlers – Burst Apart

Nanu, denke ich, während eine einschmeichelnde weibliche Stimme zum Opener „I Don’t Want Love“ anhebt und ich das Trio der Antlers im Netz betrachte, bestehend ausschließlich aus männlichen Mitgliedern. Gute Idee eigentlich, für das aktuelle Album, welches das insgesamt zweite der Brooklyner Band ist, eine Sängerin anzuheuern, dazu eine mit solch einschmeichelndem Organ, bin ich unwissender Narr geneigt zu frohlocken, bis ich irgendwo auf ein Detail stoße, das gewissermaßen den klitzekleinen Unterschied ausmacht: Peter Silberman singt mit einer Falsettstimme, ach sooo! Ist natürlich völlig stillos, daraus einen Kalauer fabrizieren zu wollen, aber ganz ehrlich: Bei Songs wie „Parantheses“ oder „No Widows“ zum Beispiel käme man doch kaum auf die Idee, dass ein Sänger am Werk ist, selbst wenn man als Kind Boy George gehört hat, oder?

Aber im Grunde ist das natürlich ziemlich unwesentlich, vor allem weil The Antlers mit gekonnt komponierter, hymnischer Gitarrenmusik aufwarten, die das Gemüt anspricht und in träumerische Stimmung versetzt. Das Ganze geht bisweilen etwas in die Stilrichtung Ambient, versinkt aber zum Glück nicht zu sehr im Sphärischen, sondern weckt die Aufmerksamkeit immer wieder mit fein gesponnenen Melodien. Und natürlich auch mit Peter Silbermans Gesang, der unzweifelhaft ebenso fesselnd wie erstaunlich ist. „Burst Apart“ bietet qualitativ hochwertige Gefühlsmucke mit stark melancholischem Einschlag, zum Wegträumen zwischendurch, eine sanfte Fluchtmöglichkeit aus dem hektischen Alltag – für all jene, die so was haben.

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: