The Age Of Sound – …and then came the age of sound

von am 20. Mai 2011

in Musik!

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„Wäre ich nur in die angelsächsische Kultur hineingeboren“, schrieb Thomas Mann vor über sechzig Jahren seufzend nieder und reihte sich damit in die lange Schlange der Anglophilen ein. Weiter vorne standen neben vielen anderen bereits Voltaire und Goethe. Viel weiter hinten kommen seit den Sechziger Jahren deutsche Rock- und Indiepopbands. Besonders die Hamburger hat es erwischt, Bands wie Tomte übertragen den englischen Lebensstil seit Jahren erfolgreich ins deutsche. Neuzugang ganz am Ende der Reihe sind jetzt The Age Of Sound mit ihrem Debütalbum „… and then came the age of sound“. Man muss nicht mal die CD in den Player schieben, um sicher sein zu können, wem konkret The Age Of Sound nacheifern: Das schwarz-weiße Logo, das an „Definitely Maybe“ erinnernde Coverartwork, Songtitel wie „Faster Than You“ oder „On A Sunday“, ganz klar, hier geht’s Richtung Oasis. Jeder einzelne der zwölf Songs auf dem Album bestätigt den ersten optischen Eindruck. Eine Platte zu veröffentlichen, die dermaßen nach den Manchester Lads klingt, ist im Jahr 2011 natürlich zwiespältig. Einerseits bietet „…and then came the age of sound“ kaum etwas, das nicht schon in ähnlicher Form auf einem Oasis-Album zu hören war – und zwar schon vor knapp zwanzig Jahren. Andererseits haben sich die Gallaghers mittlerweile erst mal zerstritten und getrennt. Noel hat seitdem noch nichts von sich hören lassen, während Liam mit Beady Eye die Lücke trotz rotziger Rock-Ambitionen nicht so richtig schließen konnte. Warum den Bedarf an retrospektiven Britpop dann nicht einfach mithilfe von Bands wie The Age Of Sound decken? Denn das, was sie machen, machen sie richtig: Oliver Vogel zieht die Vokale lang wie Kaugummi und schreibt Songs, die den Fan des Genres durchgängig zufriedenstellen werden. Kleiner Kritikpunkt ist der streckenweise etwas dünne Sound, hier hätten die Hamburger Jungs (und das Mädel) durchaus ein bisschen mehr auf dicke Hose machen dürfen. Zur nächsten Platte dürften es dann ruhig auch ein paar eigene Ideen mehr sein. Abgesehen davon ist „… and then came the age of sound“ ein launiges Debütalbum geworden, das vor allem live Laune machen wird. Mit einem Pint in der Hand versteht sich.

21.05. Münster – Gleis 22 (mit The Boxer Rebellion)

22.05. Hamburg – Indra (mit The Boxer Rebellion)

03.06. Bremen – MS Treue (mit The Domino State)

04.06. Berlin – Comet (mit The Domino State)

05.06. Frankfurt – Elfer Music Club (mit The Domino State)

22.06. Hildesheim – Club VEB / Kulturfabrik Löseke

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