System Of A Down – Hypnotize

von Sterereo am 1. Dezember 2005

in Musik!

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Eigentlich als Doppel-Album geplant, wurden „Mezmerize“ und „Hypnotize“ einfach gespalten und zeitnah auf den Markt gebracht. Doch wiederholt die Band einen zuvor gemachten Fehler und verwertet auf Teufel komm raus eine fruchtbare Session, wie schon mit „Steal This Album“? So weit würde ich nicht gehen, nicht ganz so weit.

Das Album geht direkt nach vorne, „Attack“ heißt und schreit der erste Song, Metal-Gitarren, Zwillingsgesang vom Gitarristen mit der hohen Stimme, Daron Malakian, und Vorbeter Serj Tankian. Und da sind sie direkt wieder, diese aberwitzigen Tempowechsel, von Heavy Metal nach Fernost und zurück. Vor allem zurück, denn „Hypnotize“ ist härter als „Mezmerize“, und anstrengender. Vielleicht liegt es auch an Daron Malakian und seinem abgedrehten Organ. Der Großteil der Songs kommt jedenfalls wieder aus seiner Feder, was auch die erhöhten Gesangsanteile, wie schon auf „Mezmerize“, erklären. Dass muss überhaupt nichts schlimmes bedeuten, denn in alter „Radio/Video“ Manier gibt es einen herrlich ironischen Track namens „Kill Rock n´ Roll“, in dem es heißt „ Felt like the biggest asshole/when I killed your rock and roll/Mowed down the sexy people“. Dann die Single und Titel „Hypnotize“, wundervoller Song, ruhiger Anfang, melodisch wie zu „Toxicity“-Zeiten dann doch die Metal-Gitarren und beschwörender Gesang von Serj Tankian. Die Band bleibt sich nun mal treu, politisch und immer pazifisch brennt sich der Refrain „Where do you expect us to go when the bombs fall?“ beim ein sechsten Song „Tentive“ ein. Abgedreht sind sie immer noch, denn „Vicity of Obscenity“ ist verrückt wie eh und je, verfremdete Instrumente, 80er Jahre Kitscheffekte und kreischender Leadgesang strapezieren und strengen hier mehr an, als dass sie cool sind. Besser da doch „She Is Like Heroine“ im Anschluss. Gekreischt wird also auch, doch der letzte Funken springt nicht über, vielleicht ist das Album zu mächtig, zu hart, zu schnell nach „Mezmerize“ erschienen. Obwohl, man muss diese beiden Alben wohl als Gesamtwerk sehen, hört doch „Hynotize“ genau so auf, wie „Mezmerize“ begonnen hat. Und zwar mit dem geradezu hymnischen „Soldier Side“, womit ein würdiger Rahmen für dieses Projekt der innovativsten Band der letzten Jahre geschaffen wurde.

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{ 3 Kommentare… read them below or add one }

1 RockinBen Dezember 2, 2005 um 19:18 Uhr

so, mit diesen Informationen werde ich mir das ALbum dann mal anhören! Sehr gute Rezension!!! Daumen hoch!

2 Sterereo Dezember 3, 2005 um 17:28 Uhr

Dankeschön. Schade, dass das Album nicht so super geworden ist. War ganz überrascht, als ich gesehen habe, dass es schon da ist. Aufgeregt angehört dann aber doch enttäuscht worden.

3 Hififi Dezember 8, 2005 um 14:57 Uhr

Ich habe mich immer noch nicht von der „Steal This Album“-Frechheit erholt und wüsste auch garnicht, was ich dazu schreiben würde, wenn ich sie rezensieren müsste. Die Musik ist anerkennungswürdig aber mittlerweile grenzwertig, Fananbiederung scheint mittlerweile groß geschrieben zu werden, und Verkaufsstrategie ist längst kein Fremdwort mehr. Lang lebe der Erstling! Nur Mike Patton scheisst genauso gekonnt auf jedwede Hörgewohnheit.

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