Sweeney Todd, der teuflische Barbier aus der Fleet Street

von am 4. März 2008

in Film ab!

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„Sweeney Todd, der teuflische Barbier aus der Fleet Street“ basiert auf dem gleichnamigen Broadway Musical. Grundsätzlich sind Musicalverfilmungen ja so eine Sache, entweder sind die Schauspieler schlecht (Phantom der Oper), die Songs nerven (Chicago), Madonna spielt mit (Evita), oder die Story ist etwas hanebüchen (Moulin Rouge). Liest man dann auch noch, dass die Hauptrollen von Johnny Depp, Helena Bonham Carter und Alan Rickman gespielt werden (alle nicht gerade bekannt wegen großem Gesangstalent), kommt man ins Grübeln, was einen da wohl im Kino erwarten wird. Die Befürchtungen legen sich aber glücklicherweise schnell und man merkt, dass die Hauptdarsteller nun mal nicht bekannt für ihr Gesangstalent sind, weil sie eben Schauspieler sind und keine Sänger und dennoch, Johnny Depp hat zwar keine herausragende Gesangsstimme, aber er singt gut, Helena Bonham Carter singt, als hätte sie nie etwas anderes getan und Alan Rickman singt alle an die Wand.

Worum geht es eigentlich. Benjamin Barker ist eine arme Sau, ein Richter hat ihn eines Vergehens beschuldigt, das er nie begangen hat und ihn auf eine Strafinsel verbannt, seine geliebte Frau vergewaltigt und seine Tochter Johanna nach dem vermeintlichen Selbstmord seiner Frau adoptiert. Nach 15 Jahren kehrt Benjamin Barker als anderer Mensch – er nennt sich nun nämlich Sweeney Todd – nach London zurück um Vergeltung zu üben. In London findet Sweeney Unterschlupf in seinem alten Haus bei seiner Nachbarin Mrs. Lovett, die eine erfolglose Pastetenbäckerei betreibt. Sweeney schmiedet mit Ihr seinen Racheplan, der seinen Barbierstuhl und Fleischpasteten beinhaltet. Der Rest ist eine kleine Liebesgeschichte, eine große Rachestory, Betrug, Verblendung und ein Happy End für zumindest zwei Charaktere.

Die Besetzung mit Johnny Depp und Helena Bonham Carter überrascht bei einem Tim Burton Film nicht, genauso wenig, wie der Gothic Charme der den ganzen Film durchströmt und die düsteren Settings. Überraschend aber Johnny Depps Gesang und die kleineren Wendungen der Geschichte, die auf ein düsteres Ende hinauslaufen, in dem (so viel sei verraten) Sweeney Todd zwar seine Rache haben wird, aber zu welchem Preis!?

Sweeney Todd ist eine sehr gelungene Musicalverfilmung und auch für Musicalhasser – der düsteren Geschichte wegen – empfehlenswert und zu Recht mit einem Oscar ausgezeichnet.

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