Super Furry Animals – Hey Venus!

von Hififi am 10. September 2007

in Musik!

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Die Waliser können also nicht Fußballspielen, das wissen wir jetzt, besser sind sie in einer Sportart, die einer Kneipenschlägerei nicht unähnlich ist, nämlich Rugby. Irgendwie passt das gut zu den Super Furry Animals, deren Pop-Entwurf eher nach Rugby, als nach einer gepflegten Bolzpartie klingt. Also: Schräger Indie-Pop aus Cardiff.

Was wissen wir noch? Das Artwork ist gewohnt surreal, und erinnert an das gelbe Unterseeboot der Beatles, dort ist alles schön bunt und völlig verspult. Das gilt auch insbesondere für die Musik der fünf Inselbewohner. Gruff Rhys singt wie Elvis Costello in den 80ern und auch die Band klingt herrlich antiquiert, vor allem dem Gitarrensound würde jeder halbwegs professionelle Produzent sofort den Garaus machen, so überholt, so klischeebeladen klingt er. Man muss schon auch eine Prise Humor aufbringen, wenn „Hey Venus!“ ein guter Freund werden soll, denn hier sind mit SFA fünf erwachsenen Männer über Nacht in ein Spielwarenhaus eingeschlossen worden und entdecken ihre kindliche Seite wieder. Manchmal erinnert mich das alles ein wenig an die High Lamas und deren psychedelischen Ansatz, dann wiederum sind die Waliser wieder viel zu songorientiert, zu viel Spaß, zu viel Albernheit ist dann auch wieder nicht erwünscht. Die elf Songs bedienen die ganze Palette, zwischen verspielt und ernsthafter Hit-Ambition. „Let The Wolves Howl At The Moon“ ist eine wirklich wunderschöne Ballade mit amtlichen Gospelchor, „Suckers!“ wiederum ist einer von den Quatsch-Songs, die man besser nicht besonders ernst nehmen sollte und „The Gift That Keeps Giving“ ist für mich ganz eindeutig der Album-Hit. Jetzt wissen wir also: Jeder der es ein wenig verspielt mag, der nicht vor großen Melodien zurück schreckt und den Costello Elvis ein wenig zu schätzen weiß, liegt hier goldrichtig. Tolle Herbstplatte!

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