Sunny Day Real Estate – How It Feels To Be Something On

von Hififi am 3. Oktober 2006

in Musik!

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Anfang ’94 kam Sunny Day Real Estate’s erstes vollwertiges Album “Diary” auf den Markt. Ein absolutes Erwachen für eine ganze musikalische Bewegung, denn wenn ein Album jemals Emo war, dann dieses. Seattle hatte wieder eine stilprägende Band und Sub Pop einmal mehr den richtigen Riecher. „How It Feels To Be Something On” stellt eine Symbiose aus allen vier Studioalben dar: Die vertrackte Rhythmik von “Diary” und “Sunny Day Real Estate” verbindet sich mit der Melodieverliebtheit von „The Rising Tide“ und macht dieses Album so wertvoll.

Was macht diese Band so einzigartig? Ganz sicher die unverwechselbare Stimme Jeremy Enigks, die wie selbstverständlich jeden noch so komplizierten Melodiebogen nimmt und verfeinert. Es wäre auch zu einfach die beiden Gitarren in Rhythm- und Leadgitarre aufzuteilen, denn hauptsächlich spielen Enigk und Daniel Hoerner verschachtelte Melodien, die von Enigks Gesang zusammengehalten und zu einem großen Ganzen werden. Auch das unheimlich präzise Drumming von William Goldsmith stützt das Songgerüst, gibt dem Song die nötige Dynamik, hält sich aber bei „Days Were Golden“ auch mal dezent zurück.

Die immer ein wenig melancholischen Songs versetzen den Hörer in eine Grübelstimmung, als ob man in Traumwelten abdriftet, aber trotzdem der Musik folgt. Sie lässt einen nicht mehr los, man fühlt sich geborgen, umarmt. Grade “Every Shining Time You Arrive” ist durch seine sehnsüchtigen Gitarren und dem fragilen, jungenhaften Gesang ein Paradebeispiel für die eben beschriebene Stimmungslage, in die dieser Song seinen Hörer versetzt. „From the peaks of my joy/ I crawl back into/ tearing me down every time you smile/ every shining time you arrive”. Die Leidenschaft mit der Enigk die letzte Zeile wiederholt ist nicht von dieser Welt. Die Bridge in „Guitar And Video Games“ ist zeitlos schön mit ihrem zweistimmigen Gesang, Enigks ganze stimmliche Bandbreite auslotend. So könnte man jetzt endlos weitermachen.

Es ist wirklich sehr schade um diese Band, obwohl man das Gefühl bekommt, dass sie sich 2001 doch zum richtigen Zeitpunkt getrennt haben, da eine gewisser Qualitätsabfall bereits auf „The Rising Tide“ zu hören war. Über die Nachfolgeband The Fire Theft reden wir hier an dieser Stelle lieber erst gar nicht, schließlich soll diese Rezension diesen vier Ausnahmemusikern huldigen, und nichts anderes.

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