Stirb langsam 4.0

von JonesKorn am 7. Juli 2007

in Film ab!

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Knapp zwanzig Jahre nach dem Erstling und zwölf Jahre nach dem dritten Teil betritt Bruce Willis als John McClane ein viertes Mal die Leinwand, um mit Witz, Glatze und übertriebener Gewalt den Bösewichtern dieser Welt den Garaus zu machen. Das Prinzip ist wieder das gleiche: der geradlinige Alleingänger stellt sich mutig und heldengleich einer ganzen Armee von Fieslingen, die dieses Mal mit den USA eine ganze Nation in die Knie zwingen wollen.

Dass McClanes Ehe nicht zu den vorbildlichen gehört, wissen wir bereits seit Teil 1 dieser Serie. Mittlerweile hat er sich aber auch mit seiner Tochter Lucy (Mary Elizabeth Winstead) verscherzt, die ebenfalls nichts mehr von ihm wissen will. Als wäre das noch nicht genug, bekommt er mitten in der Nacht noch den Auftrag, einen Hacker zum FBI zu bringen. Als ob das eine angemessene Aufgabe für einen verdienten Polizisten wie McLane wäre… Natürlich ist das Beginn einer nicht enden wollenden Actionspirale, denn nicht nur das FBI zeigt ein gewisses Interesse am abzuholenden Matt Farrell (gepielt von Justin Long), auch eine schwerst bewaffnete multinationale Terroristengruppe ist hinter dem jungen Computerjunkie her und will ihm ans Leder.

Eben jene Terroristengruppe, angeführt von Thomas Gabriel (im wirklichen Leben Timothy Olyphant), bringt mittels hanebüchener Computermanipulation sämtliche Netzwerke der Vereinigten Staaten unter seine Kontrolle. Beginnend mit dem einschleichen in verschiedene Sicherheitsbehörden sowie dem lahmlegen der Verkehrsnetze ganzer Städte.

Abgesehen von den wirklichkeitsfernen Fähigkeiten und Möglichkeiten der Terroristen und des jungen Farrell ist es sehr angenehm, dass McLane selber nicht zu einem Technikfreak mutiert ist. Vielmehr ist es so: Farrell gräbt ihm an den entsprechenden Stellen ganz gehörig das Wasser ab und mutiert seinerseits zur zweiten Hauptperson der Handlung, die nicht nur stumpf vor Fieslingen gerettet und beschützt werden muss, sondern die stattdessen aktiv das Geschehen beeinflusst. McLane bleibt hingegen seiner Haudrauftaktik treu und tut auch gut daran.

Im weiteren Verlauf der Handlung nehmen die Terroristen McLanes Tochter als Geisel, um Druck auf ihn auszuüben, da er immer und immer wieder die Vorhaben der Bösewichter torpediert und trotz vielfacher Versuche wieder nicht totzukriegen ist. Zwar hat er dieses Mal im gesamten Film passendes Schuhwerk an den Füßen, dennoch läuft er die meiste Zeit blutverschmiert durchs Bild, schießt Hubschrauber mit Autos ab und liefert sich in einem Truck eine Verfolgungsjagd mit einem Kampfjet. Auch die Rolle der Tochter ist gut gelungen, wenn auch stellenweise etwas unglaubwürdig. Aber man sieht, hört und spürt wer ihr Vater ist.

Die mysteriös und spannend eingeführte Figur Warlock (Kevin Smith) entpuppt sich als Freak, der nicht in der Lage sein soll, seine eigene IP Adresse zu verschleiern, dem es aber trotzdem gelingt, den Terroristen eins auszuwischen. Nunja…

Die inhaltlich erwarteten Schwächen werden durch die zumeist brillianten und rasanten Actionszenen mehr als wettgemacht. Auch das lose Mundwerk von John McLane erfreut den Zuschauer und Fan oft genug. Erfrischend die kurzen Zwischenrufe von Lucy sowie der auftrumpfende Farrell. Anders ausgedrückt: wer die ersten drei Teile mochte, wird auch diesen Film mögen. Zum Verständnis sind sie aber keinesfalls erforderlich, so dass auch Neulinge ihren Spaß haben können. Die einzige Voraussetzung ist, sich von der Vorstellung zu lösen, hier könnte eine interessante Story erzählt werden. Der Film lebt vom (zumeist optischen) Spektakel – und das ist in diesem Fall auch gut so.

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{ 3 Kommentare… read them below or add one }

1 Sterereo Juli 8, 2007 um 18:29 Uhr

Drei Filme auf der Startseite. Ich glaube ich kann mit gutem Gewissen behaupten: Das hatten wir noch nie!!

Aber nun zum Film: Ich habe ihn auch schon gesehen und muss sagen, dass du sehr recht hast mit deiner Einschätzung. Einfach nur Bombast-Kino mit derben Sprüchen. Dabei bleibt sich Stirb Langsam treu. Allerdings sind diese Neo-Technik Geschichten nicht ganz, was ich erwartet hatte – nungut, damit wäre auch der Punkt-Null Anhang geklärt.

Trotzdem kann ich sagen, dass ich mich selten so gut amüsiert habe im Kino. Wenn man sich den Film schön ironisch einfach nur reinfährt und Spaß an blinder Zerstörung findet, gibt’s einigen Anlass zur Freude!

Yabba Da-Ba Du – Schweinebacke! Oder wie war das?

2 JonesKorn Juli 8, 2007 um 22:44 Uhr

Yep, so isses. Wir wurden auch bestens unterhalten und das will und kann dieser Film.

P.S.: „Yippi-ya-yee, Schweinebacke“ bzw. „Yippee-ki-yay, motherfucker“ im englischen Original. Wobei ich sagen muss, dass mir der deutsche Spruch besser gefällt. Motherfucker ist so abgenutzt, Schweinebacke nicht… 😉

3 RockinBen Juli 9, 2007 um 08:53 Uhr

Die Startseite voller Filme? Muss am Wetter liegen, dass alle Welt in die Lichtspielhäuser rennt…

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