Steeple Remove – Electric Suite

von Pynchon am 24. September 2009

in Musik!

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Um zwei Dinge mal rasch klarzustellen: Steeple Remove sind zum einen Franzosen aus der Stadt Rouen, und dort durchaus schon seit einigen Jahren recht beliebt, und zum anderen ist ihr Album keineswegs, wie der Titel suggeriert, Elektro-Mucke – vielmehr eine in diesen Tagen (siehe, bzw. höre etwa La Roux) sehr angesagte Hommage an die 80er, mit all ihren Facetten von New Wave, krautigem Rock hin zu dancig-poppig.

Bei „Radio Kill Surfers“ klingt neben „New Order“ auch ein wenig David Bowie durch, ein enorm eingängig Stück, das keine Phase des Warmhörens braucht und sich sofort in mein Herz spielt. Die langen, minimal variierten Gitarrenpassagen in einem Song wie „Yellow Loop“, kombiniert mit einem zielstrebigen Beat, entführen in die Frühphase der 80er, als der Punk bereits beerdigt war und einem anspruchsvolleren Sound Platz gemacht hat, mit Bands wie „The Associates“ oder „Joseph K“, die den Underground aufmischten. Kaum zu glauben, aber die Franzosen gehen glatt als Briten durch (und der musikalische Weg zu Franz Ferdinand ist verständlicherweise ob der gemeinsamen musikalischen Vorbilder auch nicht weit) – so geschliffen und gehaltvoll zumindest klingen ihre Landsmänner von „Phoenix“ auf derem neuen Album bei weitem nicht (um mal ein bisschen Band-Bashing einzustreuen).

Der ganz große Wurf, muss an dieser Stelle eingestanden werden, ist „Electric Suite“ dann aber doch nicht. Neben großartigen Songs wie den erwähnten „Radio Kill Surfers“ oder „Yellow Loop“ gibt es auch, vermehrt in der zweiten Hälfte des Albums, ein paar leichte Durchhänger, die im Hinblick auf Komposition und Verve deutlich hinter den Großtaten der ersten Hälfte hinterherhinken und sich gemächlich verplätschern: „Miss Limonade“ oder auch „Jeunesse Problématique“ (das klingt nun nicht mehr britisch) spiegeln gewissermaßen die Kehrseite der Medaille. Und am Ende des Albums muss ich mein vorschnelles Urteil, „Electric Suite“ habe nun gar nichts mit Elektro zu tun, bei einem Song wie „Flash Resonance“ dann doch noch revidieren. Viel besser ist dann natürlich der Abschluss mit „Still Life“, diesmal kein Post-Punk, sondern plötzlich – ganz ehrlich – großartiger Indie-Rock!

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