St. Vincent – Actor

von Hififi am 8. Mai 2009

in Musik!

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Klingt ganz schön getrieben dieses „Actor“. Immer voran, niemals halten, rasten schon mal gar nicht. Verstörend dabei die Musik, so als haste der Hörer hinter Alice durch ihr Wunderland. Bitte stellt euch die elf Songs als kaleidoskopartige Reise durch ferne Klanglandschaften unter zu Hilfename der unterschiedlichsten Instrumente und Hilfsmittel vor.

Also mit Hilfsmittel ist jetzt nicht unbedingt gemeint, was ihr jetzt denken mögt, aber dass Annie Clark alias St. Vincent ihre Inspiration nicht nur durch das Lauschen anderer Musiker bezieht, ist offenkundig. Jeder Song eine Szene für sich, jede Szene wirkt in sich geschlossen um in Sinuskurven die Dramaturgie des Gesamtwerkes vorwegzunehmen. Dieses ganze wundersame Instrumentarium, dass sich aufschwingt, abfällt, anschwillt und wieder ausdümpelt, im besten Sinne Laut vs. Leise, ganz diametral, als ob einzelne Songelemente nichts miteinander zu tun haben wollten. Diametral zu dieser Behauptung dann ein Stück wie „Actor Out Of Work“, im Up Tempo vor sich hin stolpernd zu schrägen Synthie-Klängen a la Peaches, beweist Miss Clark Mut zum Chaos, so als ob Yoko Ono jemals hätte singen können und John Lennon Dr. Gonzo den Ether geklaut hätte. „The Party“ ist aus einem ganz anderen Holz geschnitzt, ein Hip Hop-Beat umschmeichelt die herrlichen Chöre und Melodien und St. Vincent trällert so lieblich, wie es ihr nur irgendwie möglich ist. Abschließend ein Finale aus sich steigernden Harmonien, fremd und sogar ein wenig verstörend klingt das und sicherlich auch nicht zum letzten Mal, denn wie dieser Song endet, beginnt der nächste. Wir befinden uns immer noch im Wunderland und werden für immer dort wandeln können, sobald wir das Album abspielen, denn „Actor“ verliert seinen Zauber nicht. Niemals!

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