Spiritualized – Songs In A&E

von Hififi am 2. Juli 2008

in Musik!

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Spiritualized aka Jason Pierce lassen es 2008 eher gemächlich angehen und die Moll-Akkorde sprechen, die Stimmung ist gedämpft und der Raum abgedunkelt, denn der Meister spricht zu uns. Nach einer heftigen Lungenentzündung lässt er es gemächlich angehen und klingt refelektierter denn jeh.

Unberechenbar war die Herangehensweise des Herrn Pierce ja schon immer, daher sollte es nicht verwundern, wenn auf „Songs In A&E“ auf einmal die Liedermacher-Elemente überwiegen und die Gospel-Einflüsse waren auch schon früh zu erkennen. Damit beginnt die Misere, die sich schon mit der Akustik-Tour im letzten Jahr andeutete, denn Spiritualized ´08 klingen dann doch in vielen Ohren sehr gediegen, streckenweise vielleicht sogar langweilig. Das ist jetzt weniger meine Meinung, aber ich kann jeden verstehen, den dieses Album eher abschreckt, als fasziniert. Ade Space-Rock, ade Shoegazing, denn J Spaceman ist jetzt ein gesetzter Mann, der dieselbe Entwicklung nimmt, die wir schon von Nick Cave und Konsorten kennen, sie werden halt älter. Genug davon, denn in der richtigen Stimmung weiß dieses Album schon zu überzeugen, denn in Sachen Melancholie und üppiger Orchestrierung steht er dem eben erwähnten Altmeister in nichts nach.

Nach einem kleinen (immer wiederkehrenden) Intro geht es direkt in die Richtung die Cave mit „The Lyre Of Orpheus“ gewiesen hat: Gospellastige Balladen, die jederzeit von totaler Schlichtheit in pompöse Chöre übergehen können und „Songs In A&E“ an Größe gewinnen lassen. Es gibt aber auch wieder die kleinen aber feinen Ausbrüche, die wie Ausflüge in die alten Spiritualized-Zeiten anmuten, solch kurze, verpeilte Space Rocker, wie „I Gotta Fire“ und „Yeah Yeah“. Diese Songs bleiben aber die Ausnahme.

Dann gibt es mit „Soul On Fire“ noch die amtliche Hymne zu vemelden, die mich persönlich stark an Embrace zu ihrer besten Zeit erinnert, und die ein wenig aus der Schwermütigkeit ausbricht. Ganz hart wird es dann zu „Death Take Your Fiddle“, wenn Pierce zu den Klängen einer Beatmungsmaschine singt, die natürlich gut zu seiner überstandenen Krankheit passen würde. Reine Spekulation, denn nach eigener Aussage, war der Großteil der Songs für „Songs In A&E“ schon fertig, als es Pierce dahinraffte. Nichtsdestotrotz ist „Death Take Your Fiddle“ für mich der beste Track des Albums, der mich bewegt und mich nachdenklich werden lässt. Nach anfänglicher Unentschlossenheit werde ich dem neuen Spiritualized noch einige Durchläufe geben um es dann doch in mein Herz zu schließen, die Chancen stehen gut.

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