Son Of Dave – Shake A Bone

von am 24. April 2010

in Musik!

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„Where it‘s at / I got two turntables and a microphone“ hieß es damals bei Beck. Benjamin Darvill braucht nicht mal so viel Equipment, um seine Version von Rhythm & Blues (mit groß geschriebenem BLUES) unter die Leute zu bringen. SON OF DAVE ist sicher eine Ausnahmeerscheinung in dieser Sparte. Als One-Man-Band muss er sich selbst genügen, unterstützt durch seine Mundharmonika und (elektronischen) Percussions. Das reicht auch vollkommen. „Shake A Bone“ ist sein drittes Soloalbum seit dem 1999 erschienenen „B. Darvill’s Wild West Show“. Vorher war er als Multiinstrumentalist bei den gehass-liebten Crash Test Dummies angestellt. „Shake A Bone“ ist mittlerweile sein fünftes Album als SON OF SAM und ich frage mich wirklich, wie dieser Mann bisher unerkannt an uns vorbeiziehen konnte. Gut, mit seiner Art der Performance wird er kaum in konventionelle Indie- oder Rockclubs eingeladen werden, wohl eher auf Jazzfestivals oder entsprechende Venues. Auf der anderen Seite verfolgt er mit archäologischem Gespür jenen Weg zurück, den zum Beispiel Jon Spencer oder G. Love And Special Sauce bereits in den Neunziger Jahren mutig gegangen sind: Die Verknüpfung von harten elektronischen Beats, archaischen Hip-Hop-Restenund Rock’n’Roll mit ursprünglichen, ja bis dato unantastbaren Bluesroots. Mit seiner Musik überspringt Darvill so viele Klischees, dass er ebenso auf eine Sonntagsmatinee passen würde, wie in ein verräuchertes Schmuddel-Etablissement. Er bietet dem Zuhörer mit „Shake A Bone“ eine weitere cool-minimalistische Wurzeloperation am offenen Blues, die spontan ansteckt und Lust darauf macht, sich mit dem Thema Jazz und Blues näher zu beschäftigen. Trotz, oder gerade wegen des reduzierten Arangements werden hier Türen eingetreten. Gleichzeitig respektvoll traditionell wie unkonventionell ist die Unmittelbarkeit das Einzige, was hier zählt. Darvill erschafft hier ohne auch nur im Geringsten anspruchslos zu sein, eine universale Sprache aus Musik, die sofort ins Blut geht. Fan und Produzent Steve Albini verortet die zwölf R’n’B-Shaker in die „dark, dangerous out-of-the-way blues dungeons“ Chicagos. Ich würde mich dafür aber auch glatt auf ein Jazz-Frühstück wagen.

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