Solange La Frange – dto.

von Pynchon am 24. März 2011

in Musik!

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Ich lese Solange La Frange, denke prima und sehe vor meinem inneren Auge eine sich sinnlich wiegende Französin auf der Bühne, die zärtlich in ihr Mikro haucht. Was sich als Trugschluss erweist, denn es gibt hier mitnichten eine Solange, und außerdem wäre es ja dann auch keine Frau gewesen, sondern ein Pony („frange“, übersetzt der Schlaumeier). Ein musizierendes Pony gab es lange nicht mehr (abgesehen von den tollen Tired Pony), aber die Schweizer Band Solange La Frange setzt offensichtlich auf Trash und Blödsinn.

Zumindest frohlockt der Pressetext vollmundig mit „Elektro-Trash-Pop“, der „gegen den Strom“ schwimmt. Das mag mag ja einerseits zutreffen, was den Elektro-Trash-Pop mit einer Prise Dance und Punk anbetrifft, aber insgesamt hört sich das für mich dann doch enttäuschend stromlinienförmig an. Sprich, schon oftmals ziemlich exakt so gehört. Und vor allem eine Spur zu üppig produziert, zu perfektionistisch glatt dargeboten, um wirklich charmant sein zu können wie etwa die sympathischen Cansei de ser Sexy oder die Anarcho-New Wave-Klassiker von Plastic Bertrand, an die ich entfernt auch das ein oder andere Mal bei Solange La Frange denken muss. Enttäuschend zudem, dass die Band leider auf Englisch singt. Klar, ist massenkompatibler und profitabler, aber trotzdem. Vielleicht hätte ich dem hektisch-überdrehtem Stil-Eklektizismus des Schweizer Trios um Sängerin Julie Hugo auf Französisch mehr abgewinnen können. Hyperaktives Posing kann nämlich schnell ermüdend wirken.

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