Smashing Pumpkins – 24.02.08 Oberhausen, KöPi-Arena

von am 10. März 2008

in Feierlichkeiten

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Zuletzt waren die Smashing Pumpkins im Jahr 2000 in Oberhausen, danach folgten Trennung, Zwan, Soloalbum und Reunion im letzten Jahr. Reunion ist mit 2 von 4 Gründungsmitgliedern auch relativ, aber eigentlich interessieren sich ja sowieso nur alle für Billy. So spielen die Smashing Pumpkins also ihr einziges NRW-Konzert vor einer halb ausverkauften König-Pilsener-Arena, was geschickt durch einen Vorhang in der Mitte des Saals kaschiert wird, damit es auch fast voll aussieht. Die Vorfreude war natürlich groß, sind schließlich die Smashing Pumpkins.

Punkt 20 Uhr steht die Vorgruppe Polarkreis 18 aus Dresden auf der Bühne, mit einer unaufdringlichen Mischung aus Sluts „Lookbook“, Coldplays „X&Y“ und ein bisschen Radiohead sorgen sie in ihren Songs zumindest immer mal ein paar Sekunden für Kurzweiligkeit. Größtenteils aber zeigt sich der größte Teil der Halle von den Dresdnern unbeeindruckt und redet fleißig weiter oder vertritt sich auf den Gängen noch ein bisschen die Füße bei einem Becher Bier. Nach einer halben Stunde sind Polarkreis 18 dann auch durch mit ihrem Set, bedanken sich artig und schwärmen, dass Oberhausen ihre bisher tollste Show auf der Tour mit den Smashing Pumpkins war und dass es auch die vollste Halle sei. Der Vorhang hat also schon gewirkt.

Nach 30 Minuten „Umbaupause“ wird es wieder dunkel und die Smashing Pumpkins betreten die Bühne. Jimmy leicht aufgedunsen begibt sich direkt auf sein Podest hinter sein Schlagzeug und lässt Billy Corgan einmarschieren. In seinem langen silbernen Rock und seinem engen Shirt ist er gewohnt „exzentrisch“ gekleidet und legt sogleich los. Die Halle braucht allerdings etwas, um aufzutauen, kann auch an dem mauen Beginn liegen. Erst nach ca. 30 Minuten wacht die Halle auf und feiert „Tonight, Tonight“ ab. Danach nimmt auch die Hitdichte zu und es folgen kurz aufeinander „Try, Try, Try“, „Today“, „Bullet with Butterfly Wings“, etc. Zwischen den Krachern kann sich Billy Corgan die Bemerkung nicht verkneifen und meint mit einem Schmunzeln „so, now you like the concert?!“. Auch Billy Corgan scheint zu diesem Zeitpunkt aufgetaut zu sein und macht immer wieder seine Scherze, einmal winkt er einfach nur ins Publikum „I’m waving in my own bubble and you can’t see me“, oder erwähnt nach einem Song auf Publikumsrufe „Yeah, I know, I know it all, it’s like zoosh, all in my mind. I know, Germany’s gonna win the world cup every four years from now on for eternity. Yeah I know. I know, German women are the most beautiful in the world. I know. I know, German men have the biggest penisses in the world. I know. I just know, it’s like zoosh, in my mind! Yeah I know, I hate America too. Yeah, I hate that guy. I know. Whom, no not Bush, I meant that strange guy, Obama. He’s like… you know. Well I know, cause I know it all, like zoosh in my mind!”. Es folgen noch ein paar Hits, wie “1979” als Akustiksong, den Billy Corgan allein mit Gitarre spielt und kurz vor Ende des Sets noch “The Everlasting Gaze”. Nach 2 Stunden endet das reguläre Set und die Smashing Pumpkins verlassen für ein paar Minuten die Bühne, um für eine Zugabe zurück zu kehren. Die Zugabe nutzt Billy Corgan um seine Gitarrenkünste zu zelebrieren, spielt die amerikanische Nationalhymne mit seinen Zähnen und spielt ein wenig mit dem Publikum. Klingt jetzt spektakulärer als es war. Genau genommen scheinen die 20 Minuten Zugabe eine Art Kompensation für Billy Corgan zu sein. Für was sei mal dahin gestellt, hat vielleicht etwas damit zu tun, dass deutsche so lange Penisse haben.

Fazit: Billy Corgan hat seine Band zurück, er mag sich sehr gern, aber das würde er niemals durchblicken lassen, die Bassistin hätte genau so viel Ausstrahlung, wenn man sie hinter einen Wand stellen würde, die Smashing Pumpkins haben ziemlich viele Songs, die einfach nur wie Füllmaterial scheinen, um eine 2 Stunden Show zu füllen und sie haben „Disarm“ nicht gespielt, dass gibt zusätzlich Punktabzug. Insgesamt also eine solide Show, mit richtig richtig tollen Momenten bei den großen Hits und einer vielleicht zu langen Zugabe.

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1 Iain März 11, 2008 um 09:53 Uhr

ach ja, auf platte sind polarkreis 18 übrigens tatsächlich gut ;o)

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