Sinfuroco – Alea EP

von Hififi am 2. Dezember 2010

in Musik!

Post image for Sinfuroco – Alea EP

Eigentlich hatte ich mir ganz fest vorgenommen Pressetexte nicht mehr zu erwähnen, weil es mich selber nervt, wenn andere Schreiber dies tun und es eigentlich zumeist bedeutet, dass demjenigen recht wenig einfallen mag zu dem eigentlichen Gegenstand der Diskussion: der Musik.

Aber dieser „Waschzettel“ steht diametral zu der EP, die es zu besprechen gilt, die Songs auf „Alea“ sind angenehm zurückhaltend und machen eben nicht auf Dicke Hose. Auf einer A4-Seite bekommt der Schreiberling unter anderem den Werdegang der Band erklärt, was ja immerhin Sinn macht, bis in eine fast unerträgliche Lobeshymne übergeleitet wird, das sich langsam der Eindruck aufdrängt, hier wäre eigentlich von den Beatles die Rede, oder mindestens von Led Zeppelin, oder weiß der Geier. Erfahrungsgemäß sind solche Texte zumeist von Bandmitgliedern selbst, die wahrscheinlich nicht einmal unbedingt an einer Hybris leiden, aber eben aus unerfindlichen Gründen meinen, die Journaille beeindrucken zu müssen. Und, jawohl erwischt, mir fällt wirklich nicht soviel zur Musik ein, obwohl sie nicht halb so schlimm ist wie der Pressetext. Am ehesten ließen sich Ähnlichkeiten zu einigen Bands um Kurt Ebelhäuser und dem Koblenzer blueNoise-Label herstellen. Frühe Harmful, Earthbend, Scumbucket und die von uns geschiedenen Blackmail seien hier erwähnt, eben ehrlicher, herrlich unprätentiöser Rock, nennen wir es Indie – ist ja immer gerne genommen. Sebastian Walas Gesang darf hierbei durchaus als variantenreich bezeichnet werden, zwischen Joakim Sveningsson von Friska Viljor (vor allem wenn die Stimme in den höheren Lagen umzukippen droht) und dem was im Indie Rock-Einheitsbrei so Usus ist, mal mit mehr, mal mit weniger Effekten aufgepeppt, der Wiedererkennungswert ist derweil nicht unbedingt besonders groß. Als bester Song auf „Alea“ sei „Oughta Dance“ genannt, der schnörkellos im Sprint in fünf Minuten einiges an Strecke absolviert.

Die Vier von Sinfuroco wissen durchaus zu gefallen und dabei selten zu begeistern, aber ehrliche Hausmannskost, wird in Westfalen immer geschätzt, deshalb ein Ja vom Dieter, ob Bruce und Sylvie allerdings mitspielen, sei dahingestellt.

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: