Simon Says No! – dto.

von Pynchon am 17. Mai 2011

in Musik!

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Foo-Gaze? Mit dieser neologistischen Wortschöpfung wird dem Pressetext zufolge das Quartett Simon Says No! in heimischen, sprich norwegischen Bloggerkreisen angepriesen. Damit ist wohl eine Mischung aus frühem Shoegaze und den Foo Fighters gemeint, wobei ich auch mit vor Anstrengung qualmenden Gehörgängen keines von beiden so wirklich aus dem Debüt der Skandinavier raushören kann. Stattdessen, was ja nicht das Schlechteste ist, grundsoliden Indie-Rock, der ohne Experimente oder staunenswerten Innovationen daherkommt, dafür aber mit ein paar hübschen Stücken, oder zumindest Passagen, versöhnt.

So etwa der Song „Solitary Rush“, der sich mit seinen effektvollen Drums und den zum Jaulen gebrachten Gitarren für eine Aufnahme in den Black Rebel Motorcycle Club bewerben darf. Auch „See Me Through“ bedient sich im Register des massenkompatiblen Indie-Rocks. Klar ist das nicht grad die musikalische Entsprechung dessen, was die Nouvelle Vague einst für den Film war (also, was wirklich Neuartiges), aber dafür immerhin sauber komponiert und betont eingängig. Dass die Grenze zwischen eingängig und beliebig schnell überschritten ist, verdeutlichen manch andere Stücke: Während „City“ oder „Para Cirkus“ sich etwas zu schamlos bei den Radiostationen anbiedern, mäandert „Sigh“ träge und bedeutungsschwanger dahin. Die Falle, in die Simon Says No! häufig tappt, ist ein Umkippen ins Pathetische. Gerade was den Gesang betrifft, in dem nicht selten ein tragisches Aufseufzen mitklingt. Haben die Jungs etwa zuviel Muse gehört?

Besser, man überspringt einfach die faulen Äpfel und landet bei der schmackhaften Ware wie dem punkigen „Cut Off Orange“. Ist zwar auch nicht grad ein musikalisches Heureka, rockt aber wirklich gut. Trotzdem, um zum unvermeidlichen Fazit zu kommen, schmeiße ich doch lieber eine frühe Scheibe des Black Rebel Motorcycle Club rein, als mir deren Mucke professionell recycelt zu geben.

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