Set Alight – Sparks

von am 26. November 2011

in Musik!

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Endlich mal wieder ein typisches Beispiel einer deutschen Klischeeband, die alle Vorurteile erfüllt, dass hierzulande selten etwas Neues zustande gebracht, sondern ausschließlich aus dem englischsprachigen Ausland abgekupfert wird. Und das auch noch unfassbar langweilig. Hier wurden alle internationalen Alternative-Erfolgsacts der letzten zehn Jahre verwurstet, abgeschliffen und zusätzlich verpoppt, sodass kaum noch etwas übrig bleibt, als ein profanes Nichts aus Style und Klang. Bestimmt viel Arbeit, aber kein Quäntchen Mut zu irgendwas ist hier reingesteckt worden. Schwer vorstellbar, dass sich diese Jungs aus Aschaffenburg beim Spielen an ihre eigenen Songs überhaupt erinnern können, denn hier bleibt einfach nichts, aber auch gar nichts, hängen. Das Stück mit dem originellen Namen „Twilight“ klingt beispielsweise wie ein mittelmäßiger Placebo-Song, der von einer Boygroup aufgeführt wird. Dann wieder einige Möchtegern-Muse-Anleihen, Indiepop-Nachahmungen und unglaublich viel Glätte und Schmalz. Apropos Songtitel, auch hier gibt es elfmal Langeweile, die wie aus einem drittklassigen Vampirroman abgeschrieben wirkt: „Cold At Heart“, „Pride“, „Sabotage“, Solar View“, „The Word“ und dann noch mein persönlicher Favorit: „Wild At Heart“ spiegeln bereits mit wenigen Buchstaben die Einfallslosigkeit von „Sparks“ wider. Es ist schon fast wieder eine Kunst dermaßen wenig Profil und in 43 Minuten nicht ein Fitzelchen Originalität zu zeigen. Set Alight langweilen mit einer Ideenlosigkeit, die fast schon unheimlich ist. Wie heißt es so treffend in der Bandinfo: „Lässig verspielt schaffen sie es, die Chucks der Indienerds im gleichen Takt wie die Budapester der Banker wippen zu lassen.“ Eine unsympathischere Beschreibung ist mir schon lange nicht mehr untergekommen.

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1 Pynchon November 27, 2011 um 11:16 Uhr

Ich finde es ja oft unfreiwillig abschreckend und deshalb auch ziemlich komisch, was in vielen Pressetexten so zusammengewurstelt wird. Die Banker fänden es wohl cool, ein wenig Indie rüberzukommen, aber andersherum funktioniert das ja gar nicht … 🙂

2 otic November 27, 2011 um 20:33 Uhr

Ja, sehr entlarvend. Fühlt sich aber immer noch unangenehm glitschig an, obwohl man derlei Strategien (von Bands und Labels) ja mittlerweile mehr als gewohnt ist.

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