Seether – Holding On To Strings Better Left To Fray

von am 28. Mai 2011

in Musik!

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Kaum Neues im Alterna-Rock-Lager. Wahrscheinlich passt ein Album wie „Holding On To Strings Better Left To Fray“ so hervorragend in unsere Zeit, weil die Menschen einfach die Schnauze vollhaben von bösen Überraschungen, Kriegsmeldungen und Katastrophenszenarien. Insofern liefern Seether, gähnend zuverlässig wie eh und je, auch 2011 wieder elf perfekte Songs, um den Kopf in den Sand zu stecken. Auf der anderen Seite tut es schon weh, wenn für eine Band wie Seether dermaßen viel Kohle verpulvert wird, während andere, nicht einmal kleine Künstler zusehen müssen, wie sie ihre Butter aufs Brot kriegen. Zusammen mit Rock-Giganten-Produzent (AC/DC, Incubus, Rage Against The Machine) Brendan O’Brien wurde wieder der Gitarrenrock-Mainstream abgeschöpft. Selbst die Songtitel sind dabei dermaßen nichtssagend, dass man sich kaum drei Titel vom Album merken kann: „Roses“, „Down“ oder „Here And Now“, um nur drei Beispiele zu nennen. Ein bisschen Energie, viel Pathos, viel Stadion, viel Überdimensionalität, viel Unspannendes. Seethers fünftes Album bietet nicht mal ordentlich Brennmaterial, um ein schönes Verriss-Feuerwerk abzuschießen. Die dargebotenen Foo-Fighters-Rip-Offs sind ja nicht grottenschlecht, nur was soll man damit bloß anfangen? Ebenso sieht es mit den restlichen Chad-Kroeger-Kraftschnulzen oder Puddle-Of-Mudd-Schnarchrockern aus. Kaum vorstellbar, dass es überhaupt explizite Seether-Fans geben soll. Es werden einfach viel zu wenig Erkennungsmerkmale abgesetzt, sodass die Band fast gar nicht vorhanden ist. Immerhin lässt sich an „Holding On To Strings Better Left To Fray“ eindrucksvoll demonstrieren, wie das menschliche Gehirn in der heutigen Mediengesellschaft automatisch Wichtiges vom Unwichtigen trennt. Oder kann sich noch jemand an die drei obengenannten Songtitel erinnern?

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