Secret Machines – Gebäude 9 Köln, 7.6.06

von Hififi am 15. Juni 2006

in Feierlichkeiten

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Man könnte fast glauben, dieses Konzert würde unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, denn viel mehr als 100 Zuschauer dürften an diesem lauen Sommerabend nicht den Weg ins Gebäude 9 gefunden haben. Darunter allerdings Blackmails Aido Abay, der nicht, wie erst vermutet, Vorbandfunktionen übernehmen musste, sondern Zeuge eines besonderen Auftritts einer besonderen Band werden durfte.

„Ten Silver Drops“ ist sehr viel leiser geworden als das Debüt, so ist es kein Wunder, wenn das Trio heute ebenso beginnt. „Lightning Blue Eyes“ ist die aktuelle Single und wird bereits an zweiter Stelle verbraten, gepaart mit „Alone, Jealous And Stoned“ gleichzeitig erstes Highlight eines dreigeteilten Sets.

Drummer Josh Garza zerhackt mit seinem hypnotischen und recht monotonen Spiel die Klangteppiche seiner Bandkollegen Brendon und Benjamin Curtis, und hinterlässt Stirnrunzeln. Dort sitzt ein kleiner John Bonham hinter seiner Schiessbude und trommelt um sein Leben, während Gitarrist Benjamin Curtis seinem Instrument die verwegensten Geräusche entlockt. Die dazu benötigten Effektgeräte engen seinen Bewegungsradius ziemlich ein, bloß war seitens der Band selbiger nicht wirklich eingeplant. Das hier ist keine wilde Rockshow, hier haben drei Mittzwanziger den guten alten Space-Rock für sich entdeckt und covern – wie zum Beweis – einen Song der Krautrock-Legende Harmonia. Dabei wird sich konzentriert und nicht bewegt! Einzig die Hintergrundbeleuchtung lenkt noch ab, denn die strahlt einem permanent ins Gesicht, so dass man sich mit den Silhouetten der New Yorker zufrieden geben muss. Das hier ist keine Beschwerde, denn gerade die spartanische Beleuchtung hat den Auftritt erst richtig abgerundet. Nach einer halben Stunde werden die Songs ausladender, der Hippie in einem erwacht und man beginnt automatisch die Augen zu schließen und den Kopf ekstatisch zu schütteln (so ekstatisch, wie es einem Ostwestfalen nur möglich ist). „The Leaves Are Gone“ und „Pharaoh’s Daughter“ sind auf einmal keine Balladen mehr, dafür sorgt vor allem Garza, und schnell wird klar, dass hier heute nichts mehr ruhig wird, der Abend nimmt Fahrt auf. „Sad And Lonely“ läutet das große Finale ein, und leidet etwas unter einem schwammigen Gitarrensound, während die Gesichter der Konzertbesucher Zufriedenheit verraten. Falls es zu diesem Zeitpunkt noch Fragen gegeben haben sollte, beantwortet sie die Space-Dampfwalze „First Wave Intact“ gerne und hinterlässt offenstehende Münder.

Schön war´s! Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, vor allem bei swo.

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