Sebastian Witte – Der hohle Mond EP

von Pynchon am 3. April 2012

in Musik!

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In einem Münsteraner Kellergewölbe nahm der Singer-Songwriter Sebastian Witte, der zum Omaha Records Kollektiv von Gisbert von Knyphausen gehört, die sechs Songs zu seiner EP „Der hohle Mond“ auf – etwas verträumt, wie durch einen überdimensionalen Raum (das Gewölbe!) herüber hallend, mit brüchiger Stimme vorgetragen.

„Der hohle Mond steht vor deinem Fensterglas, du bist ein Wolf, du bist ein wildes Tier, der Chatroom ist schon leer, nur der Mond ist noch bei dir“, singt Witte entrückt in „Wolf“, etwas versponnen archaische Naturverbundenheit und multimediale Einsamkeit miteinander verquickend. Im Hintergrund wabert ein mystischer Klangteppich, sparsame elektronische Effekte, scheu gezupfte Gitarrensaiten – klingt ein wenig rätselhaft und schräg. „Höhenangst“ ist dann wieder zugänglicher, eine reduzierte Indierock-Nummer mit Anklängen an die düstere Entfremdung einer Band wie Joy Division. Dann wieder ein Stück namens „Porzellan II“, das ebenso sperrig und aufgesetzt wirkt wie sein Titel. Im Hintergrund wieder elektronische Klangtüfteleien, schummrig vor sich hin wabernd, dazu ein verfremdeter Gesang, der irgendwas zwischen verschlafen und entschlafen rüberkommt. Anstrengend, das alles. Für verschrobene Elektro-Pop-Tüfteleien halte ich mich lieber an Panda Bear.

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