Sarsaparilla – Everyone Here Seems So Familiar

von Benjamin am 19. Januar 2011

in Musik!

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Brandon Millers Opa bat am Totenbett um ein Sarsaparilla. Dieser Anlass brachte Miller dazu, eigene Songs zu schreiben und einen Künstlernamen. Und da der Anlass traurig war, sind auch die Songs von Sarsaparilla ruhiger, teilweise melancholischer Folk.

Brandon Miller hat eine beruhigende Singstimme. Da die Musik beim ersten Hören ebenso beruhigend wirkt, könnte man so leicht wegdämmern. ABER: genau das sollte nicht passieren, denn dann würde man zum Beispiel das Trompetenspiel in „Haystack“ verpassen. Überhaupt bekommt die Trompete einige Einsätze. Hauptsächlich wird gekonnt und virtuos eine akustische Gitarre gespielt, zu der sich dann andere Instrumente gesellen können, je nachdem, wie es passt. Ein wenig erinnert das an Iron & Wine, jedoch ohne die vielen Percussioninstrumente, die Sam Beam in seine Musik einbaut. Vielleicht erinnert Sarsaparilla auch an Bright Eyes. Der Amerikaner Brandon Miller versammelt in seiner Wahlheimat Berlin (der Liebe wegen) nämlich allerhand andere Musiker um sich. Allerdings fehlt die Zerrissenheit, die die Truppe um Conor Oberst in der Frühphase kennzeichnete (und ohne die Opulenz von „Cassadaga“). Vielleicht kann man noch Damien Rice nennen. Das Album ist sehr abwechslungsreich, wenn z.B. dem ruhigen „Seduce“ ein stampfendes, nervöses „Part Indian“ folgt. Wer gerne Folkmusik ohne Scheuklappen hört, für den steht mit „Everyone Here Seems So Familiar“ von Sarsaparilla als die erste Entdeckung 2011 beim Plattenhändler. Für alle, die richtig gute ruhige und nachdenkliche Musik mögen, auch.

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