Sarah Blasko – As Day Follows Night

von Hififi am 30. April 2010

in Musik!

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Es tut mir leid, aber Sarah Blasko bekommt rein optisch schon nicht dieselben Bonuspunkte wie Lykke Li. Niemand kann so schön schauen wie ein angeschossenes Reh und niemand kann so schön „I’m a little bit in love with you“ säuseln wie Lykke Li.

Aber kein Problem, es wird sicher keine Stutenbissigkeit aufgetreten sein im Studio mit Björn Yttling, dem Erschaffer oder genauer gesagt Unterstützer verträumter Dance Pop-Phantasien. Denn Sarah Blasko kann nichts dafür, dass ich mein Herz längst her geschenkt habe, und ihr drittes Album „As Day Follows Night“ ist sicher fast ebenbürtig. Aber es erinnert eben stark an „Youth Novels“, die bahnbrechende Produktion, die Yttling schon Lykke Li auf den Laib schneiderte. Wenn dann auch noch Blaskos Stimme stark an Islands momentan stärksten Ausland-Export Emiliana Torroni erinnert, müssen wir uns doch langsam auf die Songs versteifen. Und die sind ausnahmslos fabelhaft, facettenreich, farbenfroh und eingängig, die Produktion Gott sei Dank nicht genauso reduziert, wie wir es bereits auf „Youth Novels“ vernommen haben. Ein sehr schmaler Grat, den z.B. „No Turning Back“ geht, denn das ist Emiliana Torrini pur, aber halt ein starker Song. Tja, da ist guter Rat teuer, denn wie soll der Rezensent bloß etwas anpreisen, was er doch gleichzeitig des Plagiats bezichtigt? Augen zu und durch muss die Devise schon lauten, denn es sind eben starke Lieder, die hier feilgeboten werden. Und vielleicht macht es der Mix aus der verträumten Stimme der Australierin und den offensiv inszenierten Percussion-Instrumenten, der den gewissen Reiz ausmacht. Man möge doch bitte „I Never Knew“ als Referenzpunkt hören: denn es gibt sicherlich so schnell keine gelungenere Symbiose aus Lykke Li und Emiliana Torrini. Und was daraus entstanden ist, ist durchaus hörenswert, sogar mehr als das.

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