Sam Brookes – dto.

von Pynchon am 14. September 2011

in Musik!

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Endlich mal wieder ein junger Folkmusiker mit 60er-Einschlag, denke ich mir, als ich Sam Brookes Debüt-Scheibe einlege! Als musikalische Referenzen werden Joni Mitchell, Jeff Buckley und Laura Marling genannt, was sicher auch nicht schaden kann.

Einerseits ist es natürlich schön, dass es so viele Oldschool-Folkmusiker gibt, die zur Akustikgitarre greifen, die Halogen-Lampe atmosphärisch eindimmen und sich an schönen Melodien und einfühlsamen Stücken versuchen, andererseits aber auch eine gewisse Hypothek, denn es gibt so viele von ihnen, dass die Gefahr recht groß ist, beliebig und austauschbar zu klingen. So ganz grundlos philosophiere ich natürlich nicht vor mich hin, denn Sam Brookes legt zwar gleich vom Start weg ordentlich los und zugleich seine waidwunde Einschmeichel-Stimme in die Waagschale, die Akustikgitarre wird fachmännisch geklampft und an einer Passage mischt sich sogar frech eine Violine ein (was aber ganz fein klingt), dennoch haftet diesem und den folgenden Songs ein wenig das Stigma des „schon ziemlich oft so gehört“ an. Um eines klarzustellen: Sam Brookes hat zweifellos was drauf und serviert so ziemlich alles an Melancholie und Intimität, was man von einem zeitgenössischen Nostalgie-Folkmusik-Album (sperriges Genre) erwarten darf, aber es klingt doch auf Dauer etwas abgegriffen, trotz der Anatevka-mäßig losfidelnden Violine, die meine eigentliche Favoritin ist – im Gegensatz zur etwas zu posermäßig dahingeschmetterten Brookesschen Stimme, mit der er aber ohnehin eher sensible Frauen anbaggern will.

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