Sam Amidon – I See The Sign

von Pynchon am 1. Mai 2010

in Musik!

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Bereits das vierte Album des Solo-Künstlers Sam Amidon, setzt “I See The Sign” die Tradition seiner Vorgänger-Alben fort und interpretiert auf originelle Art alte Balladen, Kinderlieder, Hymnen und Folk-Songs, unterstützt unter anderem von Shahzad Ismaily, der in seiner Vergangenheit unter anderem schon Bassist für Reibeisen-Schwergemüt Tom Waits und bei Rage against the Machine war.

Auch wenn ich sofort eingestehe, die jeweiligen Ausgangs-Stücke für Amidons Neu-Bearbeitungen nicht zu kennen, schlägt mich der grandiose Opener „How Come That Blood“ doch sofort in seinen Bann. Gar nicht leicht, Amidons Stil zu beschreiben, vielleicht irgendwie zwischen Folk und Free Jazz, darüber hinaus auch sehr modern klingend und elektronischer Bearbeitung nicht abgetan. Was dabei herauskommt klingt oft so packend und neu, dass die übliche, gedimmte Aufmerksamkeit, mit der man eingängige Melodien für gewöhnlich wohlwollend aufnimmt, sich sofort steigert und auf hitzige Empfangsbereitschaft hoch schaltet. So geht es mir auch bei dem Song „You Better Mind“, bei dem Streicher, Piano, helle Flötenklänge, der einschmeichelnde Gesang von Beth Orton, die Amidon bei einigen Duetten begleitet, sowie ein jazzig dahingaloppierendes Schlagzeug sich zu einem großen Stück… na was? Indie-Jazz-Pop vielleicht?…zusammenfügt. Eigentlich auch egal, wie man es benennt, Hauptsache man hört richtig hin!

„I See The Sign“ hat etwas von Kammerorchester, gehobenen Improvisations-Theater und vor allem ergreifenden Songwriting im aufklärerisch-idealistischen Stil der frühen sechziger Jahre. Amidons Musik ist furchtlos und lyrisch, mit einem Hang zur Melancholie. Auch wenn er letztlich ganz anders klingt, erinnert er zumindest in punkto kompositorischer Brillanz und instrumentalem Vielklang, Stileklektizismus mit elektronischen Elementen an Sufjan Stevens. Zu „Climbing High Mountains“ möchte ich gern einen Berg besteigen, und zwar jenen, auf dem sich Amidon gewiss nach der Aufnahme dieses Albums zur inneren Einkehr niedergelassen und von der lärmenden Moderne abgeschottet hat, jene Höhen, in denen auch die Berghütte der Fleet Foxes vorzufinden ist, wo man schließlich einkehrt und am offenen Kamin fröhlich die Bärte zwierbelt. Zum Träumen regt „I See The Sign“ allemal an!

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