Rock Plaza Central – Are we not Horses

von Benjamin am 18. September 2007

in Musik!

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Irgendwo in den Weiten des www las ich etwas über Rock Plaza Central. Und was ich da gelesen habe, war Country, Indie, Melancholie, Kanada und mit dem gewissen Etwas an Spannung und Rauheit, die z.B. The Decemberists gelegentlich fehlt. Diese CD namens „Are we not horses“ musste ich haben. Und ich bin nicht enttäuscht worden!

Schon der Opener des zweiten Albums der sieben Musiker, „I am an excellent steel horse“ lädt zum Mitschunkeln ein. Ein wunderbares Westerngitarrenintro, ein Text über zwei Maschinenpferde, die vor der Ziellinie („finish line“ sollte man aber nicht als Rennende sehen) noch ein Tänzchen wagen, und eine E-Gitarre, die auch einem melancholischen (frühen) Element of Crime Song entstammen könnte.

„How shall I aspire?“ ist ein unruhiger Song, der den Wunsch, ein leuchtendes Beispiel zu sein, thematisiert. „My children be joyfull“ könnte in der Instrumentierung auf Bright Eyes „Lifted“ zu finden sein. Die Stimme Chris Eatons ist allerdings wesentlich gewöhnungsbedürftiger als die des Indie-Folk-Helden. Ein stimmungsvolles Lied voller Melodie und Hoffnung. Die anschließende „Anthem for the already defeated“ wäre ein gutes Titellied für einen düsteren Westernstreifen. So wie das komplette Album ein spannender Mix aus hoffnungsvollen und melancholischen Songs ist. Wie gut das Songwriting Chris Eatons ist zeigt, die Ballade „Our pasts, like lighthouses“: Würde dieser Song von einem dieser Popstars gesungen und ein wenig glatter produziert, er wäre ein TopTen-Hit. Und einer von denen, die man auch als Indie-Alternativ-Hörer lieben würde. Und Rock Plaza Central hätten ausgesorgt und könnten in Ruhe gute Songs schreiben. Zurück zum Song: „Our pasts, like lighthouses“ ist ein reines Liebeslied. Zunächst nur begleitet von einem Piano und einem Banjo setzen nach dem ersten Refrain zunächst Bläser – Trompeten und Posaunen findet der Hörer häufiger auf diesem Album – ein und wenn dann auch noch die Streicher mitwirken und im Background ein Chor singt, dann haben wir einen fulminanten, träumerisch-schönen Schluss. Aber das kann die Band nicht so stehen lassen: In 56 Sekunden zerstören sie anschließend mit „08/14/03“ die Träumerei und tragen einen Irish-Folk-Party-Song vor, der mit einem einfachen Text („we make love till the lights go out“) und ordentlich „dadada“ zum Mitsingen anregt. Das sitzt. Das passt aber auch. So wie das gesamte Album.

Der finale Song sagt uns noch, dass wir viel haben, auf das wir stolz sein können („We’ve got a lot to be glad for“). Auch wenn die Frage weiterhin nicht geklärt ist, was wir sind, wenn wir keine Pferde sind („Are we not horses?“ – der Songtitel im Gegensatz zum Album mit Fragezeichen). Aber eins ist klar: Die Band hat einen Fan mehr.

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