Robyn – Body Talk Pt. 1

von Hififi am 22. Juni 2010

in Musik!

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Wenn „Body Talk Pt. 1“ mit seinen gerade mal dreißig Minuten Spielzeit als erster Teil einer Trilogie angekündigt wird, stellt sich schnell die Frage nach dem Warum. Schnell ein Blick auf die Webpräsenz des wohl bekanntesten Versandhauses geworfen und den CD-Preis nachgeschaut: nicht ganz so teuer wie ein komplettes Album, nicht so günstig wie eine EP. Ok, soll es wohl ein Mini-Album sein. Würden dann nicht drei Mini-Alben zwei ganze ergeben? So muss es wahrscheinlich aus künstlerischer Sicht irgendeinen Sinn ergeben, denn „Body Talk Pt. 1“ in seiner Heterogenität lässt keinen Aufschluss zu. So konstatiert der Tagesspiegel in seiner Onlineausgabe (Beitrag von Ulf Lippitz) ganz nüchtern: „Ein umspannendes Motiv fehlt, es gibt vier peitschende Club-Hits, einen seichten Radio-Popsong, einen Dancehall-Titel und zwei Balladen.“ So lässt es sich auch zusammenfassen.

Der Dancehall-Verweis ist dabei allgegenwärtig und lässt sich schnell an Songtiteln wie „Dancing On My Own“ oder „Dancehall Queen“ festmachen. Erstgenannter Track könnte in der Form auch von den Sugababes sein, wenn sie sich noch an den etwas progressiveren Pop der Anfangstage erinnern könnten so wie ihn beispielsweise „Freak Like Me“ bereithielt. Der Unterschied besteht lediglich in einem wesentlich technoideren Beat und einer grundsätzlichen Reduktion, wie sie Lykke Li bereits salonfähig gemacht hat. Robin Miriam Carlsson und Lykke haben neben demselben Heimatland und der Reduktion allerdings noch eine fast grundsätzliche Melancholie gemein, die sie in ihr Liedgut platzieren. Darüber kann kein stumpfer Dancebeat, keine vermeintlich fröhliche Melodie („Cry When You Get Older“) hinwegtäuschen. Und mit „Dancehall Queen“ ist gar eine waschechte Hommage an den schwedischen 90er-Dancepop vertreten. Wir verstehen uns richtig? Die Rede ist tatsächlich von Dr. Alban oder Ace of Base. Bei der abschließenden Ballade handelt es sich gar um ein schwedisches Volkslied, die mich persönlich an Klein-Idas Sommerlied erinnert, allerdings dann doch wesentlich trauriger vorgetragen, als es auf dem Katthulthof angebracht gewesen wäre. Und wenn ihr jetzt nicht genau wisst, was ihr von „Body Talk Pt. 1“ zu halten habt, dann macht euch nichts daraus, ich weiß es nämlich auch nicht.

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