Ride – Going Blank Again

von Hififi am 7. Dezember 2008

in Musik!

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Shoegazing? Was ist das und vor allem was soll es bedeuten? Sich auf die Füße starrende, introvertierte Musiker, die sich aufgefordert sahen den Achtzigern – dieser musikalisch öden Zeit – ein wenig Leben einzuhauchen. Dort, zu ihren Füßen, befanden sich zumeist auch deren Effektgeräte, ohne die die typischen Gitarrenwände nicht möglich gewesen wären. Nun ist dieses Genre fast ausgestorben, musste es sich doch durch Brit Pop und Grunge beerben lassen, trotzdem gibt es aus dieser Zeit immer noch Alben, die nicht in Vergessenheit geraten sollten, wahre Meilensteine und einer davon nennt sich charmant süffisant: „Going Blank Again“ von Ride. ’88 in Oxford gegründet schleppte sich das Quartett immerhin bis ’96 durch, zerbrach dann an Streitigkeiten der beiden Haupt-Songwriter Andy Bell und Mark Gardener und an der zunehmenden Bedeutungslosigkeit ihres mitbegründeten Musikstils. Nach „Nowhere“ war „Going Blank Again“ 1991 bereits das zweite Album und stand dem Debüt in nichts nach, immer noch Stil prägend und mit einem Singlehit versehen, schaffte es „Going Blank Again“ bis auf Platz neun der britischen Album-Charts. Besagter Singlehit hört auf den Namen „Leave Them All Behind“ und stellt sehr wahrscheinlich den Höhepunkt der Bandgeschichte dar. Mit gut acht Minuten dem genreüblichen Popformat entglitten, seine „Wall Of Sound“ behutsam aufbauend und mit den typischen Ride-Chören versehen, ist dieser Song ein Prototyp. Allerdings fällt der Rest in keiner Weise ab, die Songs werden nur kürzer, wie das im Shoegazing keine Seltenheit darstellt, sah sich die Ur-Bewegung durchaus in Popgefilden zuhause. Nicht immer sind die Gitarren verzerrt, in den ruhigen Passagen sind sie sogar zumeist glasklar, gelegentlich mit Keyboards untermalt, immer die nächste Steigerung vorbereitend. Das Schema ähnelt sich dann doch, aber es gibt einfach kein Entkommen, diese Platte lässt niemanden so schnell wieder los.

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