Rheinkultur 2008 – Rheinaue Bonn, 05.07.08.

von am 8. Juli 2008

in Feierlichkeiten

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Wer kommt eigentlich auf die Idee an einem Samstag mitten in den Ferien über die A1 zu fahren? Ich scheinbar, so stand ich dann also wie das zu erwarten war im Stau, als ich eigentlich schon in Bonn sein wollte, um „Dúné“ zu lauschen, die aber wie mir ein Freund versicherte eine gute Show abgeliefert haben. So ist das eben, 160.000 Pilger fangen einfach ein Festival ohne mich an.

Nach Parkplatzsuche startete dann also Rheinkultur 2008 für mich um ca. 16 Uhr mit den letzten vier Songs des Sets der vier jungen Briten von „Air Traffic“. „Air Traffic“ haben für mich bisher das Brit-Pop Album des Jahres abgeliefert und auch bei ihrer Show legten sie sich dann tierisch ins Zeug. Leider machte ihnen der Soundmann einen Strich durch die Rechnung, Chris Wall sang bestimmt wie ein junger Gott, nur war leider nichts davon zu hören, von weitem klangen „Air Traffic“ eher wie ein startendes Flugzeug, aus der Nähe konnte man die wunderschönen Melodien schon besser erahnen und eine der besten Bands des Festivaltages bewundern. Anstrengend waren dann aber leider auch die Mittelalterdudelsackgröhlmetalrockfans, die schon beim Set von „Air Traffic“ da waren, um die anschließend auftretenden „Schandmaul“ zu sehen. Leider scheint bei denen so etwas wie Toleranz für andere Musikstile nicht sehr ausgeprägt und so gröhlten diese „Musikfans“ dann das gesamte „Air Traffic“-Set hindurch, was Chris Wall irgendwann durch ein berechtigtes und sehr britisches „Would you please fuck off?“ quittierte.

Neben den bereits erwähnten Soundproblemen, die in den Jahren zuvor nicht Markenzeichen von Rheinkultur waren, aber sich dieses Jahr durch den ganzen Tag ziehen sollten, waren die erwähnten „Schandmaul“ auch eine Kritik wert. Also nicht die Band, aber die Idee eine solche Band direkt nach „Air Traffic“ spielen zu lassen, da hat der Schedule-Planer seine Hausaufgaben eindeutig nicht gemacht.

Nach „Air Traffic“ dann auch erst einmal eine kleine Erfrischung – das Wetter spielte mit strahlendem Sonnenschein noch gut mit – und die Erkenntnis, dass die Preise für Getränke und Speisen, obwohl das Festival kostenlos war, verglichen mit den Konzert-Clubs, die ich sonst so besuche, sehr niedrig waren. Ein Lob hierfür, das kenne ich auch ganz anders.

Um 19:25 sollte das nächste Highlight des Tages folgen, „The Futureheads“ beglückten die Festivalbesucher nach dem eher farblosen Auftritt der Hard-Rocker von „Bloodlights“ an der Roten Bühne. Auch ein Dilemma, denn zeitgleich spielten „Tomte“ an der Blauen Bühne, aber man muss eben Prioriitäten setzen. „The Futureheads“ spielten dann auch frisch und zackig los, wie man es von ihnen erwartet. Leider machte auch hier erst der Ton, danach die Technik nicht mit, denn aus irgendeinem Grund stand Sänger Barry Hyde unter Strom jedesmal, wenn er ans Mikro trat. So verließ er nach vier Songs wutentbrannt die Bühne, um aber auch schon knapp fünf Minuten später zurück zu kehren und ein tolles Set zu Ende zu spielen und nicht ohne zu versprechen im September für eine eigene Tour ohne Technikprobleme nach Deutschland zurück zu kehren.

„Tomte“ sollen zeitgleich auch ein schönes Set gespielt haben, angeblich leuchteten Buchstaben über der Stadt. An der Blauen Bühne trat nach „Tomte“ dann „Ben Folds“ auf, der aber mit seinem Piano-Pop ebenso farblos blieb, wie die als Headliner der Blauen Bühne auftretenden „Sportfreunde Stiller“, die ihre Hits begleitet von den immer gleichen Witzen und Späßchen herunter spielten. Während der Sportfreunde tat sich dann auch der Himmel auf, was ich zum Anlass nahm das diesjährige Rheinkultur Richtung Heimat zu verlassen. Mit einem gemischten Fazit des Tages aber dennoch Vorfreude auf das nächste Rheinkultur, dann wieder mit so tollen Bands, wie „Air Traffic“, „Dúné“, „The Futurehads“ und „Tomte“ und dann vielleicht auch mit sinnvollerer Schedule, farbig unterteilten Bühnen (würde doch Sinn machen, eine Bühne die „Rote Bühne“ heißt auch rot zu kennzeichnen) und vielleicht auch einem Tonmann, der es auch hinbekommt, eine Band angemessen abzumischen, hat doch schließlich auch die letzten Jahre geklappt.

Fotos: Pressefreigabe und aatsphotography

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{ 4 Kommentare… read them below or add one }

1 Ariane Juli 8, 2008 um 17:10 Uhr

wobei ich bemerken darf, dass allein diese tolle heli-aufnahme nicht von mir stammt. schade eigentlich XD

2 Sterereo Juli 8, 2008 um 17:34 Uhr

Auf dem ersten Blick hab‘ ich nur gedacht: „Wie hat die DAS bitteschön hinbekommen?“, ich meine, ich weiß, dass du schöne Bilder machen kannst, aber dass du jetzt dafür wie Superman über das Rheinkultur segelst, war mir neu. Obwohl, schade eigentlich, nicht wahr? 😉 Aber nach reiflicher Überlegung bin ich dazu gekommen, dass der Singular von Pressemitteilung wohl auf die Luft-Aufnahme gemünzt war. Dabei wären Superkräfte in den Hififi-Spähren doch bestimmt so hilfreich!

3 Ariane Juli 8, 2008 um 17:41 Uhr

ich durfte mit meinen superkräften nicht rein. musste ich beim einlass abgeben, genau wie den eistee XD

4 Sterereo Juli 8, 2008 um 18:03 Uhr

Ist auch zu heikel das ganze, vor allem der Eistee.

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